Demonstration in Darmstadt
16.10, 17:00 Uhr Darmstadt Hauptbahnhof
→ neckar5.blogsport.de
Eine gemeinsame Kapagne der Initiativen der „Neckarstraße 5“ und des „Jukuz Maraldo“
Aufruf zur Demo:
Die Selbstorganisation unserer Bedürfnisse
In den letzten Monaten gab es in Darmstadt und Bensheim zwei Hausbesetzungen. In Darmstadt wurde die Besetzung eines Hauses in der Neckarstraße 5 nach einer Nacht beendet, indem die Polizei das Grundstück belagerte. In Bensheim wurde der alte Bundeswehrstandort von Aktivist_innen besetzt, die auf dem Gelände ein selbstorganisiertes Jugend- und Kulturzentrum aufbauen wollten. Dieses Projekt wurde dadurch verhindert, dass die Polizei in das Gebäude eindrang und mit Kampfhunden und gezückten Teleskopschlagstöcken die Menschen, die bis dahin eine friedliche Besetzungsparty gefeiert hatten, dazu nötigte ihre Personalien aufzugeben und das Gelände zu verlassen. Anders, aber ebenfalls geräumt, wurde das Wohnprojekt Neckar5 in Darmstadt. Hier umzingelte die Polizei das Haus und riegelte es hermetisch ab, die Besetzer_innen wurden „ausgehungert“ und ihre Personalien aufgenommen.
In beiden Projekten ging es um die (Wieder-)aneignung von Frei- und Lebensräumen. Während es bei der Neckar5-Besetzung besonders um eine Kritik an kapitalistischen Eigentumsverhältnissen und um die Aneignung von Wohnraum ging, sollte das Jukuz Maraldo besonders ein unkommerzieller Raum sein, in dem sowohl ortsansässige Menschen Platz finden, als auch die vielen Menschen, die jeden Tag nach Bensheim pendeln. Beide Besetzungen sollten Raum schaffen für Kulturveranstaltungen, die sich anderswo nicht rentieren, und einen selbstorganisierten Treffpunkt ohne Konsumzwang schaffen.
Selbstorganisation von Freiräumen bedeutet für uns, dass diese nach den Bedürfnissen der Menschen gestaltet werden, die sie benutzen. Dabei wird nach einem Konsensprinzip entschieden, das heißt, dass jede_r, der/die nicht einverstanden ist, dies äußern kann und der jeweilige Plenumsentschluss noch einmal diskutiert wird. So wird niemand übergangen und zwangsläufig kommt es zu einem intensiven Reflektionsvorgang.
Ausgrenzungsmechanismen wie Rassismus, Sexismus, Homophobie und Antisemitismus werden nicht geduldet, denn so werden von vornherein bestimmte Menschen ausgeschlossen. Der Freiraum muss aber allen Menschen eine Chance geben sich zu beteiligen und ihnen ein positives Umfeld im grauen Alltag des Kapitalismus bieten. Die Struktur des Kapitalismus mit all ihren Unterdrückungsmechanismen kann hier zwar nicht aufgehoben werden, dennoch stellt ein Freiraum einen Ort für emanzipatorische Bewegungen, politische Arbeit und Reflektion dar. Eine komplette Dekonstruktion der Verhältnisse ist natürlich auch so nicht möglich, dennoch sind selbstverwaltete Häuser wichtig, um uns gegen den kapitalistischen Alltag zu organisieren.
Der Staat und die Krise
Gerade in Krisenzeiten werden die Rufe derer lauter, die mit Hilfe des Staats und seiner Apparate die Probleme der Bevölkerung lösen wollen. Doch der Staat im Kapitalismus muss sich vorrangig nach ökonomischen Interessen richten und eben nicht nach denen der Menschen. Und so entspricht es vielmehr der Logik des Staats durch Konjunkturprogramme und Sparpakete die Krise auf diejenigen zu verschieben, die sich am wenigsten wehren können. Der DGB und andere gesellschaftliche Gruppen bleiben in ihren Apellen an den Staat so auch immer der Logik des Kapitalismus von Gewinnmaximierung und Konkurrenz verhaftet und können so auch keine wirkliche Verbesserung erreichen.
Es ist von bedeutender Wichtigkeit für soziale Kämpfe, dies in ihre Reflektion mit einfließen zu lassen. Der Fokus der Radikalen Linken muss sich daher auf das Einbringen von eigenen Inhalten und Akzenten richten. Eine Kritik also, die den kapitalistischen Alltag mit seinen Alltagsproblemen nicht ausblendet, aber sich ebenso für die Abschaffungen von Staat, Nation und Kapital einsetzt.
Das allseits vorherrschende Gefühl der Ohnmacht wollen wir aufbrechen und mit den beiden Besetzungen in Benshein und Darmstadt zeigen, dass wir nicht gewillt sind im Spiel der bürgerlichen Demokratie mitzuspielen. Wir eignen uns leerstehende Häuser an, um diese mit Leben und Inhalten zu füllen, die ansonsten marginalisiert werden. Selbstorganisierter Wohn- und Kulturraum soll ein Beispiel dafür sein, dass Alternativen zu unserer kapitalistischen Gesellschaft aufgebaut werden können.
That’s the sound of the police
Bei diesem Unterfangen stoßen wir jedoch auf staatliche Gegenwehr, da wir nicht den Regeln des jetzigen gesellschaftlichen Zusammenlebens Folge leisten. Zum Beispiel ist eine Besetzung illegal, denn der Begriff impliziert einen Aneignungsprozess fremden Eigentums. Was jedoch erlaubt, was nicht erlaubt ist, wird an anderer Stelle diskutiert und entschieden.
Um eine radikale Gesellschaftskritik zu illegalisieren bzw. zu delegitimieren wurde der Begriff des „Extremismus“ konstruiert. Wer oder was „extremistisch“ ist, entscheidet die jeweilige Regierung, bzw. der politische Mainstream und die Medienindustrie.
Beispielsweise wird es oft als „extremistisch“ angesehen, wenn Menschen versuchen sich unabhängig vom Leistungs- und Konkurrenzzwang zu organisieren. Die Schaffung von Freiräumen bedeutet eine Alternative zu dem Bestehenden aufzubauen. Der Staat, als Instrument zur Aufrechterhaltung der Besitz-, Produktions- und Konsumverhältnisse, muss gegen solche Tendenzen arbeiten, um seine Hegemonie zu erhalten. Daher werden unsere Häuser geräumt und wir mit Strafverfahren überzogen.
Gerade für Betroffene sind solche Verfahren zermürbend, deswegen ist solidarisches Handeln unerlässlich. Nur wenn wir der Repression entschlossen entgegentreten und dadurch unserem Bedürfnis nach Selbstverwalung und unkommerziellen Frei- und Lebensräumen Nachdruck verleihen, haben wir Aussicht auf eine Bewegung, die in der Lage ist reellen Druck aufzubauen.
Standort, Standort über alles…
In einer kapitalistisch verfassten Gesellschaft konkurrieren auch die Standorte, um die Firmen, die sich niederlassen. Ein konkurrenzfähiger Standort ist demnach ein Ort, der für Unternehmen attraktiv ist. Jede Stadt- bzw. Ortsregierung muss sich also marktförmig bewegen, um möglichst rentabel zu funktionieren. Manche Städte versuchen über verbilligte Büro- und Gewerbeflächen attraktiv für bestimmte Firmen zu sein, andere versuchen durch eine möglichst gute Infrastruktur Erfolge zu erzielen, wieder andere senken die Steuern oder stecken ihr Geld in Prestigeprojekte wie z.B. das Darmstadtium.
Diese Aktionen zielen darauf ab, sich gegenüber anderen Städte im Konkurrenzkampf zu behaupten. Die Bedürfnisse der Menschen bleiben meist auf der Strecke. In Darmstadt äußert sich dies in einem „Wohnungsmarkt“, in dem für eine gut situierte Bürgerschaft noch Wohnraum zu erwerben ist, der meist mit dem Etikett „alternativ“ versehen, viele Interessenten anlockt. Stattdessen ist es Menschen mit geringem Einkommen nicht möglich ihren Wohnort frei zu wählen. Sie werden durch den „sozialen“ Wohnungsbau an den Stadtrand gedrängt. Daraus folgt eine Exklusion bestimmter sozialer Klassen und Bevölkerungschichten, die aus bestimmten Stadtteilen ausgeschlossen und verdrängt werden. Dahinter steckt die Absicht, durch gezieltes Anlocken von einkommensstarken Menschen die Wirtschaft des Standorts Darmstadt anzukurbeln. Dies hat steigende Mieten bzw. Sanierungen von alten Sozialwohnungen zur Folge, und führt dazu, dass sich die meisten Menschen mit „schwachem“ Einkommen diese Wohnungen immer weniger leisten können.
Es ist in der kapitalistischen Logik nötig Wohnraum, wie andere Ressourcen, knapp zu halten, damit Konkurrenz und Wettbewerb entstehen können. Wir wollen diese Logik nicht hinnehmen, denn der Versuch (mehr kann es nicht und niemals sein, da jede Veränderung innerhalb dieser Gesellschaft immer durch diese bedingt bleiben muss) ein Zusammenleben jenseits kapitalistischer Zurichtung zu führen, erscheint lohnenswert – sind doch dies die Verhältnisse und Beziehungen, die uns erniedrigen und unmündig machen.
Dagegen wollen wir setzen: Verbindlichkeit, Solidarität und Freundschaft – zusammengefasst ein Leben in Verhältnissen, die Verantwortlichkeit und Kritik fördern und zeigen, wie ein Zusammenleben auf Grundlage der tatsächlichen Bedürfnisse möglich wäre.
Und ein ganz grundliegendes Bedürfnis ist jenes nach Wohnplatz, das sich nicht in „einem Dach über dem Kopf“ erschöpft, sondern in der hergestellten Sozialität eben nur gesellschaftlich begriffen werden kann. Also „besetzten“ wir tatsächlich Raum, indem wir versuchen, ihn diesem Umgang zu entziehen und einen anderen zu befördern, was für uns bedeutet: der Raum steht der Profitmaximierung nun im Weg und nicht weiter zur Verfügung.
Bensheim ist eine eher kleine Stadt, die aber wegen der vielen Schulen und Ausbildungsbetriebe eine Anlaufstelle für viele Jugendliche ist. Der örtliche Einzelhandel blüht aufgrund dieser Gegebenheiten, doch die Stadt entzieht sich der Verantwortung, auch für nichtkommerzielle Räume zu sorgen, da diese nicht gewinnorientiert wirtschaften und somit der Stadt keine Steuereinahmen versprechen. Dabei macht ein Jukuz sogar aus kommerzieller Sicht Sinn, da es Jugendliche an den Standort Bensheim binden würde, die dann vielleicht nach Schule oder Ausbildung nicht in die Ballungsräume Darmstadt und Frankfurt ziehen.
Stattdessen argumentieren die städtischen Verantwortlichen damit, dass viele Jugendliche, die sich für ein Jukuz einsetzen, nicht aus Bensheim direkt, sondern aus den umliegenden Dörfern und Kleinstädten stammen und deswegen keinen Anspruch auf ein Jugend- und Kulturzentrum, oder eine Diskussion darüber hätten. Dass Bensheim für die meisten Jugendlichen an der Bergstraße Lebensmittelpunkt und zentrale Anlaufstelle darstellt, wird in ihrer Argumentation nicht berücksichtigt und zeigt nur einmal mehr, wie weit entfernt die Jugendpolitik der Stadt von der realen Situation der Jugendlichen ist.
Deshalb werden wir unseren Forderungen nach selbstorganisierten Freiräumen erneut Nachdruck verleihen und rufen dazu auf, sich an der Demonstration am 18.09.2010 in Bensheim und an der Demonstration am 16.10 in Darmstadt zu beteiligen, um deutlich zu machen, was wir von der Stadt und ihrer Politik halten. Für mehr selbstorganisierte Freiräume in Bensheim, Darmstadt und überall!
Demo in Bensheim
18.09, 14:00 Uhr Bensheim Bahnhof
→ juzmaraldo.blogsport.de
Demo in Darmstadt
16.10, 17:00 Uhr Darmstadt Hauptbahnhof
→ neckar5.blogsport.de
mit:
Nihil Baxter (feinster Trash-Hardcore aus Stuttgart), Bob Rooney (Trash-HC-Punk Knüller aus Neustadt), On Your Marx (melodic HC-Punk aus Würzburg), Mid Air Collision (Punkbombe aus Schweinfurt City)
im B-Hof in Würzburg.
der gesamte Erlös kommt den Flüchtlingen aus der Würzburger Gemeinschaftsunterkunft zugute. Diese müssen in einer Militärkaserne aus den 30er Jahren am Stadtrand wohnen, sich mit bis zu 40 anderen Leuten eine Toilette teilen, stehen zumeist unter Residenzpflicht, bekommen nur Essenspakete und werden zu allem Überfluss noch mit der Abschiebung bedroht.
Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher und ne fette Show…. für den Hunger ist auch gesorgt: gibt lecker veganes Essen!
Er geht wieder los, der nationale Taumel. Wer die Scheiße nicht mitmachen will, und sich außerdem ein wenig dagegen engagieren will, könnte sich hierfür interessieren: http://fahnenflucht.blogsport.eu/
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Am Mittwoch vor der Demonstration in Coburg werden Referent_innen des Aktionsbündnis gegen den Coburger Convent im Kult über Studentenverbindungen und die Kritik daran im Allgemeinen, und über den Coburger Convent im Besonderen einen Vortrag halten.
Kommt alle, bildet euch, andere, und Banden.
Es ist ein weiterer Aufruf für die Aktivitäten gegen den CC erschienen, den ihr HIER einsehen könnt.
]]>Würzburg Hbf ab 10:36 Gleis 10
Schweinfurt Hbf ab 11:03 Gleis 6
Bamberg ab 11:41 Gleis 4
Coburg an 12:29 Gleis 1
Der jährliche Pfingstkongress des Coburger Convents, dem größten Dachverband von Studentenverbindungen, steht bevor.
Hier der Aufruf:
Der Coburger Convent…
…ist ein Zusammenschluss von rund 100 mensurfechtenden Turner- und Landsmannschaften, deren deutsche oder österreichische Mitglieder stets männlich und deutsch-national sind. Entgegen der landläufigen Meinung sind die Verbindungen nicht nur Zusammenschlüsse um Studenten bei einem erfolgreichen Studium zu unterstützen. Sie sind vielmehr Hort konservativer bis rechter Meinungsbildung, Elitenreproduktion, von Männlichkeitsritualen und völkischem Nationalismus.
…ist elitär und hierarchisch.
Mitglieder studentischer Korporationen im allgemeinen, und so auch des CC, verstehen sich selbst als Angehörige der deutschen Elite. Sie nehmen eine Einordnung von Menschen in ein Besser-Schlechter-Schema vor und orientieren sich dabei an Begriffen wie „Leistungselite“. Sie wollen konservativ eingestellte Führungskräfte bzw. „national gesinnte Menschen in alle führenden Berufe unserer Gesellschaft“ schicken (Manfred Kanther, ehem. Bundesinnenminister und Korporierter im KSCV). Natürlich wird nicht jeder in einer Verbindung gleich Vorstandsvorsitzender eines DAX-Konzerns. Aber Verbindungen werben mit guten Netzwerken für Karriere in Wirtschaft und Politik. Wer sich einer Verbindung anschließt, um es in der bestehenden Gesellschaft zu etwas zu bringen, muss sich den alten Herren anbiedern und sich ihren Leitbildern anpassen. Das bedeutet insbesondere, den Umgang mit strengen Hierarchien zu erlernen und sich dem Konservatismus unterzuordnen. Hinzu kommen Rituale, die bestimmen wann man reden und pinkeln darf und letztendlich nur dazu dienen, im Kapitalismus benötigte „Tugenden“ wie Gehorsam und Konformität einzuschärfen. Wer nun oft genug gehört hat, er sei Elite, glaubt es irgendwann. Es stellt sich eine Geringschätzung für nicht Korporierte ein: Frauen, Migrant_Innen, Arbeiter_Innen, etc.
…ist sexistisch und reaktionär
Auch im Bezug auf das Frauenbild bleibt sich der CC treu – das Elitedenken geht weiter. Als Grundlage unterteilt der Verband in ein klar abgegrenztes Mann/Frau-Geschlechterverhältnis mit fest zugeschriebenen Rollen. Der Mann ist ritterlich, die Frau eine Art schmückendes Beiwerk. Die Verbindungen sollen »gleichgeschlechtliche Enklave« sein, womit nicht nur Frauen sondern auch Menschen, die sich nicht in ein klares Geschlechterschema einordnen lassen wollen, klar ausgegrenzt werden. Einerseits hegt der CC den Anspruch, „Führungskräfte“ auszubilden. Andererseits möchte er das in der eben erwähnten »gleichgeschlechtliche Enklave« tun. Zu diesem patriarchalen Rollenbild gesellt sich noch ein strikt heteronormativer Wertekanon und ein ausgeprägter Männlichkeitswahn. In Ritualen wie der „Mensur“ und den unzähligen Trink-Variationen manifestiert sich dieser eindrucksvoll. Hinsichtlich ihrer identitätsstiftenden Praktiken können Korporationen als quasi-paramilitärisch bezeichnet werden.
…ist völkisch und traditionalistisch
„Ehre, Freiheit, Vaterland“ ist auf dem sogenannten Ehrenmal des CC zu lesen. Hinter der teilweise gutbürgerlichen Fassade des CC verbergen sich Abgründe des deutschen Konservatismus und eine Scharnierfunktion zur neuen Rechten. Kontakte zu Organen der neuen Rechten, z.B. der Internetplatform „Blaue Narzisse“, gehören ebenso dazu wie enge Kontakte zur deutschen Burschenschaft, die als klar rechts und nationalistisch einzustufen ist. Mit letzterer ist der CC in verschiedenen Dachverbänden organisiert – beispielsweise im Convent Deutscher Akademikerverbände oder lokal in verschiedenen Waffenringen. Und auch sonst bemüht er sich nicht um Abgrenzung. Der Vaterlandsbegriff des CC ist auf das sogenannte „Volkstum“ bezogen – so können sich auch österreichische Verbindungen als deutsch fühlen. Das klingt harmlos, zumal uns Deutschland herzlich egal ist, bedeutet aber letztendlich nichts anderes als den Wunsch der Verbindungen nach einem größeren Deutschland. Wie früher eben – das ist alles, aber nicht harmlos.
Wir wollen…
…dem Convent unsre eigenen Werte entgegen setzen. Im Unterschied zum CC haben wir den Anspruch alles dogmatische möglichst zu vermeiden und zu hinterfragen. Wir plädieren gegen versteinerten Traditionalismus und seine Rituale. Niemals werden wir uns auf Herrschaft um ihrer selbst Willen einlassen sondern diese wo es geht bekämpfen. Statt der institutionalisierten Seilschaften, die sich in Verbindungen als Freundschaft darzustellen versuchen, wollen wir lebendige Dynamik und Solidarität in der Gesellschaft. Was wir wollen, sind keine vom wirtschaftlichen und politischen System diktierte Verpflichtungen und kein Leistungsdenken, welches wir uns nicht selbst auferlegen. Lasst uns widerständisch und undogmatisch sein!
…keine Führer!
Unser Weltbild ist egalitär. Daher gilt es für uns, die zufälligen Unterschiede in Geburt, Herkunft oder die dem Kapitalismus geschuldeten Zugehörigkeiten zu gesellschaftlichen Gruppen eben nicht zu verstärken wie es der CC praktiziert, sondern sie so weit es geht auszugleichen. Unsere Antwort ist Solidarität und nicht ein autoritärer Staat. Militärische Gleichmacherei wie in den Verbindungen lehnen wir aber ab. Es muss immer Platz für Idividualität und alternative Lebensentwürfe geben. Daher ist eine befreite Gesellschaft eine ohne Herrscher, ohne selbsternannte Eliten und ohne ein alles bestimmendes, kapitalistisches Herrschaftssystem. Freies Denken, freie Bildung und freies Handeln sind mehr als bloße Worthülsen. Eine Worthülse wird die Freiheit dann, wenn ein von Grund auf hierarchischer Haufen wie der CC sich ihrer zu bemächtigen sucht.
…einen kritischen Diskurs!
Einen kritischen Diskurs zu etablieren, der sich gegen den im CC verbreiteten Sexismus, Nationalismus und Elitarismus richtet, ist unserer politisches Ziel. Wir stellen dem CC vor allem eines Entgegen: Unser progressives Weltbild! Und damit es auch in der Gesellschaft ankommt, tun wir einiges: Wir demonstrieren, agitieren und diskutieren. Und das geht nicht ohne euch.
…einen starken Protest!
Der CC trifft sich seit über 100 Jahren jedes Jahr zu seinem wichtigsten identitätsstiftenden Ereignis, dem Pfingstkongress. Auf diesem führen die Korporierten unter anderem ein extrem revisionistisches Heldengedenken durch, treten an zu einem schaurigen Fackelmarsch und gehen ansonsten ihrer Lieblingsbeschäftigung nach: dem Bier Saufen. Der deutsche Mob mit akademischer Bildung. Wer rechten Konsens in Aktion sehen will, ist beim Pfingstkongress richtig. Wir rufen euch dazu auf, bei den diesjährigen Aktionen gegen den Pfingstkongress des Coburger Convent teilzunehmen. Wie schon letztes Jahr wird es vielfältigen Protest geben. Eine Demo, verschiedene Kundgebungen und dieses Jahr auch Konzerte und Workshops. Informiert euch, bildet Banden und kommt nach Coburg. Seid kreativ und entschlossen in eurem Protest und zeigt den Burschen, was ne’ Linke ist! Heraus gegen den Coburger Convent!
Beteiligt euch an den Aktionstagen vom 22.05.10 – 25.05.10!
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Der Würzburger „AK Maifeuer“ hat seine Mobi zum 1. Mai in Schweinfurt gestartet. Um auf die Mobiseite zu gelangen, einfach auf das Banner oben klicken. Hier der Aufruf:
Kapitalismus und Lohnarbeit abschaffen! – Naziaufmarsch zerlegen!
Auch dieses Jahr mobilisieren Neonazis wieder zu diversen Aufmärschen anlässlich des 1.Mai. Dies nehmen die Nazis als Anlass für einen angeblich antikapitalistischen nationalen Kampftag der ArbeiterInnen nach Schweinfurt zu mobilisieren. Doch schon alleine in der Begrifflichkeit zwischen Antikapitalismus und Nationalem Sozialstaat lassen sich nicht übersehbare inhaltiche Differenzen ausmachen.
Nationaler Arbeiter_innenkampftag?
Die weltweite wirtschaftliche Krise hat mehr oder weniger neue Denkanstösse in der neonazistischen Rechten zu Tage gefördert bzw. reaktiviert. So steht im Aufruf der Nazis zum 1.Mai ins verachtenswerte Schweinfurt, dass nur das Konstrukt des Nationalstaates alleine der Ordnungsrahmen für soziale Gerechtigkeit sei. Diesem soll nach deren Auffassung der „Raubtier“-Kapitalismus zerstörerisch gegenüber stehen, der die natürlich gewachsene Volksgemeinschaft zerstöre. Insgesamt stelle die praktizierte Volksgemeinschaft den klassenübergreifenden Aufstand aller Deutschen gegen das dar, was ihnen als Kapitalismus gilt. In den Ideologien wird von Naziseite weiterhin die schaffende, deutsche Arbeit in Stellung gegen die raffende Profitgier, „Zinsknechtschaft“ und Zirkulationssphäre gebracht. Sie zeigen sich hiermit in der Personifikation von gesellschaftlichen Verhältnissen, wie sie sich in den Reden von „gewissenlosen Spekulanten“, „Heuschrecken“ und „jüdischem Finanzkapital“ ausdrückt. Durch die Schaffung einer Volksgemeinschaft sehen sie die kapitalistischen Klassengegensätze aufgehoben und die „natürliche Wirtschaft“ wiederhergestellt. In Deutschland formierte sich die völkische Nation bereits lange vor der Existenz eines deutschen Staates. Deshalb ist das ideologische Grundgerüst auch primär ein Völkisches. Dies äußert sich in einer biologisch definierten Volkszugehörigkeit zu einem imaginären organischen Gebilde und einem Bezug auf gemeinsame Kultur, Sprache und Geschichte. DeutscheR könne diesem Verständnis nach nur sein, wer auch „deutschen Blutes“ sei.
Raffendes Kapital? Halts Maul Kraut!
Die oben angeführten Kampfbegriffe, die von den selbsternannten „Nationalen Sozialisten“ auch in ihrem Aufruf für den 1.Mai gegen den Kapitalismus ins Feld geführt werden, sind an sich schon evident für den Hauptaspekt ihrer Kritik: die Trennung in „raffendens“ und „schaffendes“ Kapital. Unter den Terminus „raffendes Kapital“ werden von den rechten Antikapitalist_innen dann Adjektive wie geizig, parasitär, arbeitsscheu, und eben auch jüdisch subsumiert. Dem gegenüber werde das „gute schaffende Kapital“ von ersterem ausgebeutet und unterdrückt, der gut arbeitende Deutsche leide also unter der Übermacht der „Bonzen“. Eine solche Argumentation zeugt nicht nur von mangelndem Verständnis der komplexen Zusammhänge des kapitalistischen Produktionsprozesses, sondern zeigt auch auf, wie hier Sündenböcke für nicht verstandene Bestandteile der Verhältnisse, wie z.B. Waren- und Kapitalfetisch, gesucht und gefunden werden. Und wer kennt es nicht, die Szene am allabendlichen Stammtisch, wo der stolze Deutsche gegen „die da oben“ hetzt und die „Bonzen“ verteufelt. Dass solch verkürzte Kapitalismuskritik und eben auch Antisemitismus in der bürgerlichen Gesellschat flächendeckend auf Zustimmung stoßen, zeigt die Anschlussfähigkeit einiger Aspekte des Antikapitalismus der Nazis deutlich auf. Ein notwendiges Verständnis über den Kapitalismus als apersonales Verhältnis ist nicht zuletzt auch bei der deutschen Linken selten genug anzufinden.
Das Wesen des Kapitalismus ist immer und überall auf soziale Ungleichheit und Ausbeutung ausgerichtet. Das Geheimnis des kapitalistischen Ausbeutungsverhältnis, die Lohnarbeit als freie Form der Zwangsarbeit, wird bei allem Geschrei über gierige Manager_innen und Bänker_innen von den „Nationalen Sozialisten“ nicht nur ignoriert, sondern im Gegenteil sogar gefeiert.
1.Mai?! Lohnarbeit abschaffen anstatt abfeiern!
Desweiteren ignorieren die Neonazis konsequent die ursprüngliche Geschichte des 1.Mai. Der Historische Beginn des ArbeiterInnenkampftages war der 1. Mai 1886. In Chicago kam es in Folge der blutigen Niederschlagung eines Streiks zu mehrtägigen Straßenschlachten zwischen Staatsmacht und ArbeiterInnen. Wer nun aber meint, dass der 1. Mai, also der traditionelle Tag der ArbeiterInnen, mit emanzipatorischen Inhalten belegt sei, irrt. Der Tag der Arbeit glänzt seit jeher durch Verherrlichung von Arbeit und falscher, teils struktureller bis sogar offen antisemitischer Kapitalismuskritik. Vielmehr zeigt sich am Beispiel der Geschichte des 1. Mai die Unfähigkeit zu umfassender Kritik an Staat, Arbeit und Nation. Der Ruf, der durch alle politischen Lager hallt, ist der nach mehr Arbeit. Ob dieser von Gewerkschaft oder Staat kommt, ist dabei völlig dahingestellt. Beide kämpfen für einer Feier, die den Menschen in den kapitalistischen Verhältnissen als verwertbar erscheinen lassen, nämlich in der Bereitschaft die eigene Ware Arbeitskraft auf einem freien Markt anbieten zu können. Dabei wird nicht berücksichtigt, dass die stetig steigenden Arbeitslosenzahlen und die immer prekärer werdenden Arbeitsverhältnisse nur eine logische Konsequenz der Rationalisierung von Produktionsprozessen sind. Anstatt jedoch einen endgültigen Bruch mit dem System der Lohnarbeit einzufordern, wurde z.B. mit Harz IV, der Lohnarbeit willen, ein modernes Zwangsarbeitssystem installiert. Lohnabhängige tragen in erster Linie ihre Arbeitskraft nicht deswegen zu Markte, weil sie sich nichts anderes wünschen würden, sondern weil sie schlicht keine andere Wahl haben, der „stumme Zwang“ zur Lohnarbeit, d.h. zum Verkauf seiner/ihrer Arbeitskraft, ist allgegenwärtig. Gelderwerb in dieser Gesellschaft geht nur über Arbeit, und Geld braucht man in dieser Gesellschaft für nahezu alles. Also brauchen und wollen alle Arbeit und ob das dann Spaß macht oder nicht, ist eher zweitrangig. Die Arbeit als die Plackerei, wie die Vergangenheit sie einzig kennt, wird kaum mehr in Frage gestellt. Die Arbeit ist Annahme eines jedem Menschen deren Horizont die Totalität der Warengesellschaft ist. Selbst die radikale Linke hinterfragt nicht die eigene Radikalität, die nicht darin liegt, die Arbeit zu negieren.
Die Scheiße benennen…
Wir leben in einer bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft, in der Staat und Kapital unser Leben ins kleinste Detail durchdringen und formen. Alle im Kapitalismus produzierten Güter werden zum Tausch hergestellt, und sind damit Waren. Diese Produktionsform unterwirft folglich alles dem Tauschprinzip und macht so die Warenförmigkeit zum einzigen Gültigen Prinzip der Gesellschaft. Damit ein Tausch der Waren allerdings überhaupt erst stattfinden kann, braucht es eine Ware die sich gegen die sich alle Waren tauschen lassen: Das Geld. Es drückt den Wert der jeweiligen Ware aus und wird zum allgemeinen Tauschäquivalent, mit dem sich jede Ware gegen eine andere tauschen lässt. In den oben beschriebenen gesellschaftlichen Aufbau treten die Menschen als vereinzelte Subjekte in Kontakt. Einerseits ist es die Ohnmacht und Vereinzelung der entfremdeten Arbeitersubjekte in der kapitalistischen Klassengesellschaft. Andererseits handelt es sich um einen Begriff, der Ausdruck des im Kapitalismus herrschenden Konkurrenzverhältnis ist, von dem alle Menschen betroffen sind. Im Zwang der Konkurrenz ist jeder auf sich selbst gestellt: Die Lohnarbeit stellt die tägliche Reproduktion der eigenen Entfremdung dar und ist gleichzeitig Ausdruck des Kampfes um das tägliche Brot. Eine Gesellschaft, die von Entfremdung und sozialer Kälte beherrscht wird, in der Menschen über andere Menschen regieren, und in der die politische Ohnmacht der Individuen durch das Spektakel des Konsumwahnsinns erstickt wird. Eine Gesellschaft, die Tag für Tag Menschen ins Elend stürzt, auf die Straße setzt, ausgrenzt, abschiebt und in Gefängnisse steckt.
Ein grundlegendes Fundament eben dieser Gesellschaft lässt sich im Staat erkennen. Der Staat ist weder einfach das Instrument „der Herrschenden“ noch ein Werkzeug für gesellschaftliche Veränderung. Der Staat, als Funktionszusammenhang, ist eben der Staat des Kapitals, da er als Gewaltmonopol die kapitalistische Eigentumsordnung aufrecht erhält sowie verwaltet. Er liefert den juristischen Rahmen des Elends der meisten Menschen im Kapitalismus. Jede Veränderung mit und durch den Staat führt ganz einfach zu einer Manifestierung der Kapitalverhältnisse und eben zu keiner Veränderung wie es von einer Linkspartei erhofft wird.
Gegen jeden Extremismus?
Was von der bürgerlichen Seite für den 1.Mai in Schweinfurt zu erwarten ist dürfte abzusehen sein. Sollte es nach der Bürgerinitiative Pro Schweinfurt gehen, würde es eine Veranstaltung gegen jegliche Art von Extremismus geben. Als grundlegendes Argument dient dabei immer der Verweis auf den Extremismusbegriff, der „Linksextreme“ völlig zusammenhanglos mit „Rechtsextremen“ gleichgesetzt. Hierfür werden inhaltliche Unterschiede zu gunsten der angeblich politischen „Mitte“ völlig ausgeblendet. Zudem wird radikal linke Gesellschaftskritik und antifaschistischer Widerstand mit den Ideologien der Nazis als ein und derselbe Problemfall genannt. Eine Differenzierung nach Einstellungen und politischen Zielen erfolgt also nicht. Durch den „Extremismus“ soll eine Bedrohung der Gesellschaft vorliegen. Die bürgerlich kapitalistische Mitte dieser Gesellschaft soll sich von diesen Extremen klar abgrenzen. Verkannt wird jedoch das rechte Ideologien wie Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus sowie sexistische Rolleneinteilungen Basis der angeblichen politischen Vernunft, also der bürgerlich kapitalistischen Gesellschaft ist. Dieser Extremismusbegriff wird von der breiten Bevölkerung mitgetragen. Nach der Logik der „Extremismusformel“ gilt es, den demokratischen Rechtsstaat gegen politische Extreme zu verteidigen. Wir hingegen sollten den menschenfeindlichen bürgerlichen Staat als das bennenen was er ist und die konkreten Widersprüche aufzeigen.
Naziaufmarsch sabotieren!
Da wir uns als antifaschistische, radikale Linke verstehen, ist uns die Verhinderung des für den 1.Mai geplanten Naziaufmarsches eine Selbstverständlichkeit. Allerdings ist uns dies nicht genug. Vielmehr müssen notwendigerweise die ideologischen Inhalte einer Gesellschaft reflektiert werden, die es diesen Gruppen erst ermöglichen Fuß zu fassen. Auch aus diesem Grund lehnen wir eine Zusammenarbeit mit bürgerlichen Gruppierungen und Organisationen ab, die diese Ideologien trotz ihrer propagierten Ablehnung gegenüber den Nazis noch immer reproduzieren und die menschenverachtenden Verhältnisse bejahen. Dem völkischen, standortnationalistischen Konsens der bürgerlichen Gesellschaft ist die Vision einer klassenlosen und befreiten Gesellschaft entgegenzustellen. Diese erfordert natürlich die Abschaffung von Nation, Volk und Kapitalismus. Deshalb heraus zum 1.Mai nach Schweinfurt. Den Naziaufmarsch blockieren und mit dezentralen Aktionen entgegentreten. Ein Round-House-Kick die Pflicht.
- Kapitalismus und Lohnarbeit abschaffen! – Für die befreite Gesellschaft!
AK MAIFEUER im März 2010
Desweiteren haben die Nazis vom Freien Netz Süd einen weiteren Aufmarsch für den 1.Mai 2010 in Würzburg angemeldet. Da der Aufmarsch zu unterschiedlichen Zeiten angemeldet ist kann erwartet werden das sie um 13 Uhr in Schweinfurt und nachfolgend um 15 Uhr in Würzburg marschieren werden. Falls dies der Fall sein sollte werden wir die Infrastruktur so versuchen bereitzustellen, sodass eine Verhinderung beider Aufmärsche möglich wäre. Über Neuigkeiten halten wir euch auf den laufenden!
]]>Der Trauermarsch der JLO, der größte Aufmarsch von Nazis europaweit, wurde verhindert. Anteil daran hatte nicht die von Dresdens Oberbürgermeisterin initiierte Menschenkette, wie zum Teil in Medien zu lesen ist, sondern die breite Mobilisierung der Bündnisse „Dresden Nazifrei“ und „no pasaran“. Wenn Antifaschist_innen nun „Dresden“ abfeiern und zur „Siegesdemo“ strömen, wenn Dresden als „Bollwerk gegen Rechts“ bezeichnet wird, dann ist es höchste Zeit für Kritik.
Wer blockiert da wen? Und warum?
Die Mobilisierung zu den Blockaden war auf breite Bündnisse angelegt gewesen, mit dem Ziel möglichst viele Menschen gewinnen zu können und dem Kalkül durch eine große Masse es den Nazis unmöglich zu machen zu marschieren – ein Kalkül, das auch aufgegangen ist. In Kauf genommen werden musste dabei ein Aufweichen der Inhalte, ein kleinster gemeinsamer Nenner sozusagen, der sich im irgendwie gegen Nazis sein erschöpfte und darin Antifa, Gewerkschaften, Parteien, Friedensbewegte, Prominente, Künstler_innen und andere Aktivbürger_innen einte. Gesagt wurde schließlich, DASS es sich den Nazis entgegenzustellen gelte, nicht aber, WESHALB. Zu benennen wären allerdings notwendigerweise Ziele und damit verbunden eine tatsächliche Auseinandersetzung mit Mitteln, wie Blockaden sie darstellen. Was wurde nun also in Dresden erreicht? Dazu erstmal eine Bestandsaufnahme.
Wenn die „ag no tears for krauts“ in ihrem polemischen Text „Volksgemeinschaft gegen rechts?“ schreibt, dass in Dresden „Neonazis, die gesamtgesellschaftlich vollkommen marginalisiert sind, ihre Rolle als Stichwortgeber der deutschen Politik längst verloren haben, den gesellschaftlichen Trends mühsam hinterherhecheln und von einer Machtübernahme so weit entfernt sind, wie ein Rehpinscher von einer Kaktusfliege, in […] einer Art überdimensioniertem Familientreffen durch die Stadt [ziehen]“(1), ist damit Richtiges gesagt. Die Gefahr, die von Neonazis ausgeht, darf nicht unter-, aber auch nicht überschätzt werden und dazu ist eine klare und differenzierte Analyse notwendig. In sächsischen Dörfern, in denen Jugendklubs von Rechten dominiert und Inder durch Straßen gehetzt werden, in denen linkes Engagement von Bürgermeister_innen unterbunden wird und Nazis tagtäglich nicht nur eine konkrete Gefahr für Leib und Leben für Migrant_innen, Obdachlose, Punks oder andere nicht-rechte Jugendliche darstellen, sondern – was nicht minder gefährlich ist – durch ihre hegemoniale Rolle auch für die Institutionalisierung von menschenverachtenden Gedankengut sorgen, muss anderes reagiert werden, als etwa in Dresden am 13. Februar. Zwar gibt es auch in Dresden Stadtgebiete, wo Nazis gar nicht so marginal auftreten – das zeigen Angriffe auf linke Projekte und rechts motivierte Übergriffe –aber dem stellte man sich am 13. Februar nicht entgegen.
Verhindert wurde in Dresden lediglich der Trauermarsch der JLO und damit wahrscheinlich vielen Nazis ordentlich der Tag vermiest. Gefahr für Leib und Leben gab es trotzdem, als nämlich 2000 Nazis plötzlich im Hechtviertel unterwegs waren, oder als am Abend etwa 200 Nazis in Pirna das SPD-Büro und die Räumlichkeiten des Kulturbüro Sachsen angriffen. Was den Nazigroßaufmarsch seit Jahren gefährlich macht, sind diese Aktivitäten um ihn herum, sowie die An- und Abreise von tausenden Nazis. Der Trauermarsch an sich verlief hingegen meist friedlich, schließlich geht es den Nazis dort vor allem um ein würdevolles Gedenken und Auftreten. Es mag kein schöner Anblick sein, tausende Nazis durch die Straßen laufen zu sehen, aber das ist es nicht, wogegen man intervenieren muss.
Ihre Anschlussfähigkeit haben die Nazis mittlerweile verloren; selbst die CDU-Oberbürgermeisterin will sie nicht mehr haben und initiierte eine Menschenkette, die sich zwar in extremismustheoretischer Form gegen den vermeintlichen Missbrauch des Gedenkens richtete und auch in Abgrenzung an linke Gegenproteste gedacht war, aber dennoch, und das muss man anerkennen, hauptsächlich eine symbolische Gegenaktion zum Trauermarsch war. Der Trauermarsch stößt also auf große Ablehnung, ist schlecht für das Image der Stadt und wird deswegen von Politik und Presse bekämpft. Er ist insofern irrelevant, als dass er seine Symbolwirkung für die Naziszene wohl auch trotz Blockaden erfüllt und die dahinter stehende Ideologie die selbe bleibt, unabhängig davon, ob die Nazis ein paar Kilometer laufen, oder ein paar Stunden frieren.
Hier zeigt sich die Schwachstelle der möglichst breiten Mobilisierung. Mit dem Verzicht auf eine inhaltliche Kritik entledigte man sich dem Werkzeug, mit dem einzig gegen Nazis und die ihnen (und nicht nur ihnen) zugrunde liegenden Ideologien agiert werden kann. Denn Nazis sind deshalb scheiße, weil sie Rassist_innen, Antisemit_innen, oder – in Dresden besonders relevant – Geschichtsrevisionist_innen sind. Also Anhänger_innen antiindividualisitscher und menschenverachtender Ideologien. Kritik muss an diesen Ideologien und im konkreten Fall ansetzen; richtet sie sich nur oberflächlich „gegen Nazis“, bleibt sie stumpf. So muss das Anliegen Dresden „nazifrei“ zu machen notwendig scheitern. Ein Anliegen, dessen unschöne Metaphorik aus dem Wörterbuch der Unmenschen entliehen sein könnte2 und das personifiziert, statt Ideologiekritik zu treiben.
Die eigentlichen Probleme werden damit sogar verdrängt. Sagen die Goldenen Zitronen noch „Was sollen die Nazis raus aus Deutschland, was hätte das für einen Sinn?“ so kann man selbiges für Dresden feststellen. Nazis bleiben Nazis, da ändert Antifaschismus, wie er von „Dresden Nazifrei“ und „no pasaran“ praktiziert wird, wenig.Blockaden und ziviler Ungehorsam werden – spätestens seit Hörsaalbesetzer_innen von Bildungsminister_innen Verständnis entgegengebracht wird – längst nicht mehr gegen, sondern gemeinsam mit Politik und Zivilgesellschaft veranstaltet. So passiert in Dresden, was schon in Köln oder Jena passierte. Es wird nicht nur verhindert, dass Nazis marschieren, sondern auch, dass unschöne Bilder, dem Stadtimage nicht gerade zuträglich, um die Welt gehen; und die Stadtoberen danken es. Eingemeindet ins Dresdener Gedenk-Ringelpietz haben „Dresen Nazifrei“ und „no pasaran“ so erreicht, was bereits vorher Aktionskonsens war.
Selbstzweck und Eventgeheische
Und ein bisschen dient punktuelles Anti-Nazi-Engagement wohl auch der Gewissensberuhigung und der Vergewisserung der eigenen antifaschistischen Identität. Wie kommt es sonst, dass der Großevent Dresden tausende Menschen mobilisieren kann, während in der ostdeutschen Provinz Antifagruppen immer wieder auf sich allein gestellt bleiben, wenn sie tatsächlich versuchen die Hegemonie der Nazis zu brechen?
Dresden scheint nicht wenigen Spaß bereitet zu haben und das ist bedauerlich. Naziaufmärsche und Polizeieinsätze in verwinkelten Straßen sind kein Abenteuerspielplatz, wo man seine revolutionäre Energie ausleben kann, sondern sollten gar nicht existieren. Die Vermutung, manchen würde dann etwas fehlen, scheint aber gar nicht so abwegig. Zu kritisieren ist hier vor allem das Auftreten des so genannten „Black Block“, der trotz aller anders lautender Beschwörung einer homogenen Masse Riot suchender Actionkiddies gleicht. Eine Rechtfertigung für das Auftreten als „Black Block“ gibt es in Dresden nicht und das Katz und Maus Spiel mit den Repressionsapparaten des Staates könnte wohl ein ums andere mal umgangen werden. Es ist schlicht nicht notwendig, solange Blockaden nicht geräumt werden und damit das erklärte Ziel eigentlich erreicht ist. Fragen muss man sich, was das kollektive Auftreten als schwarze Masse nach außen symbolisiert. Nicht nur das mackerhafte Auftreten ist aus antisexistischer Sicht zu problematisieren, sondern vor allem die völlige Liquidation des Individuums im Kollektiv und der gemeinsamen Tat, die Identität und Gemeinschaft stiftet, etwas also, dem es aus ideologiekritischer Sicht entgegenzutreten gilt. Nicht ohne Grund können sich Autonome Nationalisten so problemlos dieser Codes und Styles bedienen – sie missbrauchen sie nicht, sondern führen vielmehr vor Augen, wie inhaltsleer diese schon immer gewesen sind.Das Gegenkollektiv
Ohnehin war Dresden an diesem Tag voll von „Wirs“. Während sich Dresdener Bürger_innen an der Frauenkirche ins Trauerkollektiv fügten und die Nazis sich gemeinsam als starke ungeliebte Masse aufführen konnten, kreierten „Dresden Nazifrei“ und „no pasaran“ das vermeintlich gute Gegenkollektiv. „WIR sind solidarisch!“, „WIR sind viele!“, „WIR haben den Naziaufmarsch verhindert!“, „WIR haben gesiegt!“. Allein im Aufruf von „no pasaran“ übersteigt die Anzahl der „wir“ und „uns“ schnell ein gutes Dutzend. Eingemeindet in dieses Kollektiv wird jede_r, der_die auch nur im entferntesten etwas gegen Nazis einzuwenden hat. Dort finden sich Politiker_innen, die im Bundestag deutsche Angriffskriege beschließen und die deutsche Asylgesetzgebung gestalten ebenso, wie Hassprediger Holger Burner, Stalinist_innen, Friedensfreund_innen und linke Deutsche. Das Gefühl, irgendwie zu den „Guten“ zu gehören, scheint grundlegendes Motiv zu sein; nicht die radikale Kritik, sondern die Suche nach Identität.
Stattdessen?
Stattdessen gilt es aber Kritik zu üben an den Ideologien der Nazis, die über dümmliche Parolen á la „Nazis raus“ hinausgeht. Kritik also, die es verbietet auf Blockaden deutschtümmelnde Lieder, wie „Wir sind Wir“ oder Nena zu spielen, die darauf verzichtet im Kampf gegen Nazis ein vermeintlich „gutes“ Gegenkollektiv zu beschwören und die das in den Fokus rückt, worum es den Nazis an diesem Tag geht: Die Umdeutung der Bombentoten in Opfer. Daran anknüpfend erkennen, wo und in welchen Formen dieser Geschichtsrevisionismus geäußert wird und das bürgerliche Gedenken zugleich zum Gegenstand der Kritik zu machen. Nicht deshalb, weil die Bürger_innen menschenverachtenderes und gefährlicheres Gedankengut propagieren – das ist gewiss nicht der Fall – sondern weil sie, anders als die Nazis, gesellschaftliche Diskurse bestimmen und ihnen dabei, von einigen wenigen Gruppen abgesehen, keine Kritik entgegengehalten wird.
Notwendig wäre außerdem eine konsequente antifaschistische Intervention im ländlichen Raum, die vor allem darin besteht, Nazis dort entgegenzutreten, wo sie Jugendklubs und peer groups bestimmen und ihren Nachwuchs rekrutieren. Das erfordert alternative Subkulturen und linkes Engagement und zwar nicht nur im Autonomen Zentrum im alternativen Kiez der Großstadt, sondern vor allem in Städten wie Pirna, Colditz, Mügeln, Wurzen, Limbach-Oberfrona und den angrenzenden Dörfern. In Dresden treffen sich tausende Nazis nur einmal im Jahr, in ihren Herkunftsregionen wirken sie aber permanent. Das ist die konkrete Gefahr, die von Nazis heute ausgeht und dagegen nützt Symbolpolitik, wie sie in Dresden zelebriert wurde, nichts; im Gegenteil, sie vernebelt den Blick.
Schließlich bleibt festzustellen, dass menschenverachtendes Gedankengut nicht auf Nazis beschränkt bleibt. Es gilt menschenverachtende Ideologien überall zu kritisieren. Sei es der Geschichtsrevisionismus der Dresdener Bürger_innen oder die Asylpolitik Deutschlands, sei es der Nationalismus Kubaflaggen und Che-Guevara-Aufnäher tragender Antifas, sei es der Antisemitismus der palituchtragenden Jugend oder die Rufe nach „Nie wieder Krieg!“ friedensbewegter Deutscher. Mit diesen Gruppen kann nicht gegen Nazis demonstriert werden. Sie stehen der Utopie einer freien Assoziation der Individuen ebenso entgegen wie jene, die am 13. Februar blockiert wurden. Es gilt, sie als das zu begreifen, was sie sind: Apologet_innen des falschen Ganzen, die dem politischen Anliegen einer radikalen Linken im Wege stehen.Antifaschistische Gruppe Freiberg, Februar 2010
Quelle: http://afg.blogsport.de/2010/02/16/und-alle-gegen-nazis/
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Aufruf zum 13. Februar 2010 in Dresden:
Keine Versöhnung mit Deutschland!
Das Dresden-Gedenken scheint wichtig, so wichtig, dass die neue sächsische Staatsregierung eigens für den bevorstehenden 65. Jahrestag das Versammlungsrecht noch schnell erheblich einschränken will. Schließlich ruinieren „Extremisten“ schon seit Jahren die Gedenkstimmung rund um den 13. Februar und gefährden Sicherheit, Ruhe und Ordnung. Unterdessen versucht eine Handvoll Dresdner Kultur- und Kirchenprominenz ein weiteres Denkmal zur Erinnerung an die Bombardierung und das Wiedererstehen der Stadt zu erstreiten. Zwar wurde erst 2009 eine neue Erinnerungsstelle in der Altstadt eingeweiht, aber Mahnmale für Dresden kann es in Dresden nicht genug geben. Mit kaum verhohlener revanchistischer Rhetorik wird das Denkmal in der Sächsischen Zeitung beworben; es zeigt einen „gestürzte[n] Mensch[en], der sich aufbäumt, ein Gefallener, der aus eigener Kraft aufersteht. So wie die Dresdner, so wie ihre Stadt.“ Die Oberbürgermeisterin bemüht sich derweil, eine dem Jahrestag angemessene Gedenkatmosphäre zu schaffen – laute Musik oder Demonstrationen sind dabei sehr hinderlich, denn das erwünschte Gedenken soll als unpolitischer und damit unhinterfragbarer Akt wahrgenommen werden. Mit Hilfe einer Menschenkette um die historische Altstadt soll ein „Zeichen gegen Extremismus“ gesetzt und gleichzeitig der Zerstörung der Stadt gedacht werden. Business as usual in Dresden.
Wenn von „Extremisten“ die Rede ist, sind vor allem diejenigen gemeint, die Kritik am Gedenken äußern, deutschen Opfermythen widersprechen oder gegen den Aufmarsch tausender Nazis mehr als nur symbolisch und nicht zur Verteidigung des „wahrhaften Gedenkens“ protestieren. Weniger gemeint sind die Nazis. Ihnen soll durch das Gesetz ein Aufmarsch durch die historische Dresdner Altstadt verboten werden, also etwas, worauf sie bereits 2009 verzichteten. Ihnen wird auch weiterhin mit der Floskel begegnet, sie würden das Gedenken „missbrauchen“. Übergangen wird dabei geflissentlich, dass die Nazis sich in ihrer Grundaussage nicht vom bürgerlichen Gedenken unterscheiden – sie erinnern genauso an vermeintlich unschuldige deutsche Opfer.
Für eine emanzipatorische Linke bedeutet das viel Arbeit. Es heißt vor Ort zu sein und die unbequemen Fragen zu thematisieren. Es heißt deutlich zu machen, dass allen Formen des Gedenkens eben dieser gemeinsame geschichtsrevisionistische Kern innewohnt.
Die Mythen um Dresden
Dresden gilt als „Sinnbild der Zerstörung und der zivilen Kriegsopfer“ weil sich seine Zerstörung „von den Zerstörungen anderer deutscher Städte deutlich unterschied“ und „nur kurze Zeit vor Kriegsende, als besonders viele Flüchtlinge in der Stadt waren, was die Zahl und das Gewicht der menschlichen Opfer weiter erhöhte“ stattfand, heißt es im eingangs angeführten Gesetzentwurf der sächsischen Staatsregierung. Doch wie entstand diese Vielzahl von Mythen, denn um nichts anderes handelt es sich hierbei? Sie gehen auf eine NS-Propagandakampagne zurück, die einerseits darauf zielte, den Volkssturm im Inland zu stärken, und andererseits die Alliierten im Ausland zu diskreditieren. Zur Dramatisierung wurden einfach die Totenzahlen, die bei höchstens 25 000 lagen, verzehnfacht. Auch die Tiefflieger entsprangen schlicht der Phantasie der NS-Propaganda. Ebenso ist es mit der unschuldigen Kunst- und Kulturstadt nicht weit her. Dresden war die zweitgrößte Garnisonsstadt und wichtiger Standort der Rüstungsproduktion des Dritten Reiches. Zudem leisteten die Dresdner_innen gleichermaßen wie der Rest der deutschen Bevölkerung ihren Beitrag zur Umsetzung und Verteidigung der Volksgemeinschaft, in dem sie sich aktiv oder zumindest passiv beteiligten. Bis zuletzt wurden Jüdinnen und Juden verfolgt. Noch während und kurz nach der Bombardierung Dresdens wurden ehemalige KZ-Insassen auf Todesmärschen durch Dresden getrieben. Die Mythen um Dresden spielen nach wie vor keine unerhebliche Rolle im Gedenken zum 13. Februar. So veröffentlichte die sächsische Landeszentrale für politische Bildung unlängst ein Buch, in dem verschiedene Zeitzeug_innen in unkommentierter Form jene Mythen zum Besten geben und fortschreiben.
Gleichzeitig ist im offiziellen Gedenken seit einiger Zeit eine Veränderung wahrzunehmen. In den Reden, die am 13. Februar 2009 gehalten wurden, sind inhaltliche Verschiebungen auszumachen. Es findet eine geschichtliche Einordnung der Ereignisse am 13. und 14. Februar 1945 statt; an Stelle der bekannten Dresdenmythen werden wissenschaftliche Fakten benannt. Statt Verdrängung und Leugnung findet sich die Betonung, dass die Bombardierung Dresdens als Folge der „nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“ zu sehen sei. So formuliert die Dresdner Oberbürgermeisterin Orosz: „Wie Dresden mussten tausende andere Menschenorte in Schutt und Asche sinken, ehe denen, die diesen Krieg angezettelt hatten, der nationalsozialistischen Verbrecher-Clique, Einhalt geboten war.“
Die ausgemachte „Versachlichung“ und Benennung geschichtlicher Zusammenhänge gibt jedoch keinerlei Anlass, von der Kritik am jährlich in Dresden zelebrierten Gedenken abzurücken. Im Gegenteil.
Opfermythos 2.0
Dass es möglich ist, jenen Deutschen zu gedenken, welche selbst zum Großteil die nationalsozialistische Ideologie teilten und involviert waren in das mörderische System, gleichzeitig aber die Ablehnung des NS und die gelungene Aufarbeitung der Vergangenheit zu propagieren, ohne dabei in Konflikt zu geraten, liegt in der Art und Weise der Betrachtung des NS und der Beschreibung des „Kontextes“. Ein Beispiel: In den immer gleichen hohlen Phrasen wird betont, dass jener Krieg, der 1939 von Deutschland ausging, im Februar 1945 zurückgeschlagen habe.
Von wem ging der Krieg aus?
Wahlweise von der „nationalsozialistischen Verbrecher-Clique“, von „Hitler und seinen Helfern“ oder aber ganz abstrakt von „den Nazis“. Losgelöst von diesen Schuldigen, wird eine unschuldige, unbeteiligte deutsche Zivilbevölkerung konstruiert, die so nie existierte. Der NS war in seiner Systematik, seiner Ideologie und seinen Verbrechen auf die aktive oder zumindest passive Beteiligung der „ganz normalen Deutschen“ angewiesen. Es ist die gern übergangene historische Tatsache, dass der Großteil der Deutschen die Ideologie von Volksgemeinschaft und Herrenrasse, vom unterdrückten deutschen Volk und vom notwendigen Krieg teilte und das nationalsozialistische Projekt unterstützte. Dieses fand nicht heimlich statt, gesteuert von „ein paar Fanatikern“, sondern war in Zeitungen nachzulesen, auf der Straße und in der Wochenschau zu sehen und bereits in Kinderliedern zu hören. Wenn nun aber die „ganz normale deutsche Bevölkerung“ von jeglicher Beteiligung am Nationalsozialismus freigesprochen wird, erscheint diese im Dresden-Gedenken perfiderweise als „Opfer des NS“ und nicht als wesentlicher Garant für dessen Gelingen. Diese behaupteten „normalen“ Deutschen hätten selbst unter der „Hitlertyrannei“, welche die Bombardierung verursacht hat, gelitten. Dresden habe mit seiner Zerstörung für die Verbrechen „der Nazis“ büßen müssen und sei nun aufgrund der eigenen Leiderfahrung geläutert. So kann sich Dresden auch zum 65. Jahrestag der Bombardierung einmal mehr als das darstellen, was es so gern sein möchte – das Symbol für Frieden und Versöhnung.
Der Krieg schlug zurück?
Die Bombardierung Dresdens war kein Zurückschlagen des von den Deutschen geführten Vernichtungskriegs, sondern ein militärisches Mittel zur Niederschlagung der nationalsozialistischen Barbarei und bedeutete für deren Opfer ein Schritt in Richtung Befreiung. Nur indem menschliches Leid in einer unpolitischen und nur noch moralischen Sicht per se zum einzigen Ausgangspunkt in der Betrachtung des 2. Weltkriegs wird, ist die Rede vom zurückschlagenden Krieg möglich. Eine Auseinandersetzung mit Schuld und Täterschaft, ja überhaupt mit Historie, wird dabei umgangen. Hier macht der Krieg alle gleichermaßen zu Täter_innen und Opfern und einzig Leid wird zum universellen Maßstab. Diese indifferente Betrachtungsweise ermöglicht und legitimiert das Gedenken an die vermeintlichen deutschen Opfer, weil sie die Frage nach der Spezifik deutscher Verbrechen und nach den Voraussetzungen für deren Durchführung nicht stellt. Dass die Deutschen einen Vernichtungskrieg in Osteuropa führten, in dem sie bewusst ganze Landstriche verwüsteten und die Bevölkerung auslöschten, um ihren Plan der Gewinnung neuen „Lebensraums“ für die deutsche Volksgemeinschaft zu verwirklichen, dass die Deutschen systematisch Millionen Jüdinnen und Juden in ganz Europa zusammentrieben, deportierten und in Vernichtungslagern töteten, dass dem deutschen Rassenwahn Sinti und Roma, Homosexuelle, Behinderte zum Opfer fielen – all das verschwindet in der Rede vom „zurückschlagenden Krieg“. In ihr werden Verallgemeinerung und Moralisierung betrieben, welche schlussendlich nur der Verharmlosung und Relativierung Deutscher Schuld dienen.
Mit einer solchen Benennung der „Vorgeschichte“ der Bombardierung wird eine Interpretation der Ereignisse angeboten, die es ermöglicht, einen deutschen Opfermythos ins modernisierte Gedenken zu übersetzen und so nutzbar zu machen für die Konstruktion einer modernen Dresdner, aber auch deutschen Identität.
„Vergangenheitsbewältigungsweltmeister“
Diese Form der Relativierung ist nicht neu. Auf bundespolitischer Ebene setzte ein solcher Wandel in der Erinnerungspolitik und im Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands bereits Ende der 90er Jahre ein. „Nicht trotz sondern wegen Auschwitz“ – so die Begründung Joschka Fischers – führten deutsche Soldaten 1999 in Jugoslawien erstmalig wieder Krieg. Aus der vorbildlichen Aufarbeitung der Geschichte ergäbe sich die Befähigung und die moralische Verantwortung überall dort auf der Welt auch militärisch einzugreifen, wo Unrecht geschieht. Die Aufarbeitung der eigenen „dunklen Geschichte“ wird stolz vor sich her getragen und als moralischer Pluspunkt innerhalb der europäischen und internationalen Gemeinschaft nutzbar gemacht. Seit Rot-Grün ist Deutschlands Umgang mit seiner Vergangenheit nicht mehr durch Verdrängung, Leugnung und Schlussstrichdenken gekennzeichnet, sondern vielmehr durch Anerkennung und Integration, geradezu Einverleibung der nationalsozialistischen Vergangenheit in die bundesdeutsche Identität. Die einzigartige „Aufarbeitung“ Deutscher Schuld bestärkt das Selbstbild als moderne und geläuterte Nation. Der Umgang mit der deutschen Geschichte spielt für die Identitätskonstruktion eine grundlegende Rolle – der Diskurs um die „deutschen Opfer des Krieges“ durch Bombardierung oder Vertreibung; das Paradigma der freiheitsliebenden Deutschen, welche die zweite Diktatur auf deutschem Boden – so der gleichmacherische Jargon der Totalitarismustheorie – in einer „friedlichen Revolution“ von sich abschüttelten.
Gezeichnet wird das Bild einer normalen, aufgeklärten Nation, einer Nation, die zu ihren Fehlern steht und daraus gelernt hat. Deutsche Täterschaft wird anerkannt, verschwindet jedoch im abstrakten Jahrhundert der Kriege, im allgemeinen Leid, hinter einer Clique von Naziverbrechern. Die Dresdner Erzählung von den Deutschen als Opfer ist ein Baustein in dem Versuch, eine ungebrochene deutsche Identität zu gewährleisten, denn das Gedenken bezieht sich positiv auf eine vermeintlich unschuldige Zivilbevölkerung. Eine tatsächliche Auseinandersetzung mit dem NS jedoch hieße zu erkennen, dass es eine solche nicht gegeben haben kann. Ein positiver Bezug auf Deutschland verböte sich – insbesondere angesichts der planmäßigen Entrechtung, Verfolgung und Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden als Konsequenz eines deutschen Antisemitismus, in dem sich eine ganze Gesellschaft zusammenfand. Es ist der von Moishe Postone geforderte „konstante d.h. in fortwährender Auseinandersetzung zu vollziehende Bruch“, der als einzige Konsequenz aus der Vergangenheit der Deutschen zu ziehen ist. Kein Fortschreiben einer bruchlosen deutschen Identität, sondern ein Bruch mit den Kontinuitäten nationalsozialistischer Ideologie. Ein Bruch mit Deutschland!
Seit Goebbels nichts Neues
Anknüpfend an das bürgerliche Gedenken etablierten die Nazis ihren Aufmarsch zum 13. Februar. Er entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem der größten Naziaufmärsche nach 1945. Zwar gibt es auch in anderen deutschen Städten Nazi-Erinnerungsveranstaltungen, die Größenordnung Dresdens wird dabei aber nicht einmal annähernd erreicht. Zu beantworten ist also die Frage, warum gerade Dresden so attraktiv für die bundesweite Nazisszene ist?
Der 13. Februar erlaubt den Nazis heute ein direktes Anknüpfen an ihre historischen Vorbilder. Viele der Dresdner Mythen haben ihren Ursprung in der propagandistischen Ausschlachtung der Bombardierung durch das Reichspropagandaministerium, welches den Grundstein für eine Täter_innen-Opfer-Umkehr legte. Darüber hinaus fand die Darstellung, die die Bombardierung als alliiertes Kriegsverbrechen brandmarkte, große Resonanz in der Bevölkerung. Die Mythen wurden in die lokale „oral history“ integriert und in der Nachkriegszeit, sowie in DDR und später BRD unzählige Male reproduziert. Sie sind so im kulturellen Gedächtnis verfestigt, dass die Mythen noch heute immer wieder im Diskurs anzutreffen sind und in weiten Teilen der Bevölkerung zum common sense gehören. Für die Nazis ergibt sich hieraus eine Situation, in der sich ihre Position großflächig mit der hegemonialen öffentlichen Meinung überschneidet und ihnen ein unkompliziertes Mitmachen ermöglicht. Sie können sich in Bezug auf den 13. Februar ohne weiteres als Teil der gesellschaftlichen Mitte sehen. Bestärkt wird diese Sicht durch die in Dresden geläufige Position, die Nazis würden – zwar aus falschen Gründen – das Richtige tun: trauern.
Im Unterschied zum bürgerlichen Gedenken nehmen die Nazis in ihrer Form des Gedenkens jedoch ganz offen Bezug auf die NS-Ideologie. Argumentativer Bezugspunkt ist die deutsche Volksgemeinschaft. So spricht der sächsische NPD-Abgeordnete Jürgen Gansel davon, dass der „deutsche Volkskörper“ von einem „eliminatorischen Antigermanismus“ bedroht gewesen sei, die Deutschen also aufgrund ihres Deutschseins bombardiert worden wären. Es findet letztendlich eine Umdeutung des Krieges statt, so dass eben nicht Deutschlands Vernichtungskrieg im Fokus steht, sondern, dass die Alliierten einen Krieg gegen Deutschland entfacht hätten, um die „deutsche Rasse“ zu vernichten. Daran anschließend wird ein vermeintlicher Tabubruch eingefordert, der es endlich ermögliche, um „deutsche Opfer“ zu trauern und sich von der „moralischen Holocaustkeule“ zu lösen. Damit wird ein unverhohlener Antisemitismus deutlich, der sich durch die gesamte Argumentation zieht. So ist auch in bewusster Anlehnung an die Begriffe aus dem Gedenken an die Opfer der Shoa vom „alliierten Bombenholocaust“ die Rede.
And now? Action!
Auch am 13. Februar 2010 werden in Dresden wieder mehrere tausend Antifaschist_innen gegen den Nazi-Großaufmarsch protestieren. Wir rufen dazu auf, dieses Anliegen nicht losgelöst von einer grundlegenden Kritik des Gedenkens zu betrachten und den Fokus linksradikaler Aktivitäten auch auf das städtische Gedenken zu richten. Ein Ansatz, der zugunsten einer breiten Mobilisierung allein den Naziaufmarsch in den Mittelpunkt rückt, übergeht allzu leicht den geschichtsrevisionistischen Kern sämtlicher 13. Februar-Gedenkenformen. Die Folgen sind unangenehm aber vorhersehbar: Subsumierung ins Dresden-Gedenk-Ringelpiez und Eingemeindung in die Dresdner Bürgerschaft, die das Ansehen Dresdens und das Gedenken gegen einen „Missbrauch“ verteidigen will.
Folgerichtig sollte sich eine radikale Linke bemühen, eine gedenkkritische Position sicht- und wahrnehmbar zu machen und darauf verzichten, sich ausschließlich an den Nazis abzuarbeiten. Das heißt zuallererst, die Differenzen zwischen dem bürgerlichen Gedenken und dem der Nazis richtig einzuschätzen: sie sind vorhanden, aber nur vordergründiger Art und spätestens mit dem Hauptanliegen, der Trauer um vermeintliche deutsche Opfer, erschöpft. Genau hier gilt es anzusetzen und Kritik zu üben. Unterbleibt diese, etwa aus Sorge um die Anschlussfähigkeit der eigenen Position, wird weiterhin die sowohl im bürgerlichen als auch im Nazi-Spektrum kursierende Erzählung von den Deutschen als Opfer des Zweiten Weltkriegs gestärkt und damit auch ein neuer deutscher Nationalismus legitimiert. Eine Linke, die solche geschichtspolitische Kritik aufgibt, würde sich selbst überflüssig machen.
Selbstverständlich folgt hieraus nicht, die Nazis rechts liegen zu lassen. Ein Aufmarsch, der ein offen nationalsozialistisches Weltbild propagiert, außerdem Shoa und Vernichtungskrieg relativiert darf nicht unwidersprochen stattfinden. Ihm kompromisslos entgegenzutreten ergibt sich schon allein aus dessen Größenordnung und dem damit einhergehenden ganz realen Gefahrenpotential.
Deswegen heißt es auch 2010: Keine Versöhnung mit Deutschland. Gegen jeden Geschichtsrevisionismus. Deutsche Täter_innen sind keine Opfer. Naziaufmarsch verhindern.
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Am 13. Januar veranstaltet die Gruppe Exil – unterstützt vom Verein für Kultur, Politik und Kritik – in Würzburg einen Vortrag mit dem Thema „1917 – Anfang oder Ende des Kommunismus?“. Referent Daniel Kulla wird ab 19 Uhr im Café Kult (Landwehrstr. 10) zu hören sein.
]]>Kommunismus als Schlagwort der allgemeinen Emanzipation – durch Überwindung der Klassengesellschaft und die Herstellung eines gleichen Zugangs zum gesellschaftlichen Reichtum – datiert schon zurück ins 19. Jahrhundert. Die Kommunistischen Parteien hingegen formieren sich unter diesem Namen erst im Jahr 1917 im revolutionären Rußland – und zwar als Vertreter einer ganz bestimmten Interpretation und ganz bestimmter Konsequenzen aus den Ereignissen dieses Jahres.
In einer vergleichenden Betrachtung der sowjetischen, der anarchistischen und der bürgerlich-antikommunistischen Geschichtsschreibung wird zu untersuchen sein, ob sich die KP-Deutung aufrechterhalten läßt und inwiefern sich eine kommunistische Position in derselben Tradition verorten kann. Es wird der Frage nachgegangen, in welchem Maß sich das kommunistische Projekt heute auf historische Positionierungen, äußere Erscheinung und konkrete Politikformen der Kommunistischen Parteien beziehen läßt.
Ist die Distanzierung von der Vergangenheit bequem oder konsequent? Gibt es eine Entscheidung zwischen Kommunismus als Ziel und kommunistischer Bewegung?
]]>Kriminell ist das System, und nicht unser Widerstand!
Die Frage, ob wir uns überhaupt in irgendeine Polizeistrategie einfügen sollten, eine Demo anmelden sollten, können wir spätestens seit der „Fight Fortress Europe“ Demo am 05.09.2009 mit Nein beantworten! Das Polizeiaufgebot sowie die Auflagen waren eine Zumutung. Der so wichtige „freiheitliche“ Charakter einer Demonstration konnte nicht gewahrt werden. Daraus haben wir gelernt:
Wir müssen uns nicht erst legitimieren lassen, um unseren Unmut, den die kapitalistische Gesellschaftsform hervorbringt, in einer spontanen Versammlung auszudrücken.
Genau ein Jahr ist es nun her! Die meisten von euch, die dieses Flugblatt in diesem Moment lesen, werden dieses Ereignis sicher noch in Erinnerung haben. Am 13. Dezember 08 kam es in der Würzburger Innenstadt zu spontanem Protest, hervorgerufen durch den vorangegangenen, von einem Polizisten verübten Mord an einem Jugendlichen in Athen.
Samstag, eine Woche zuvor: nach einer verbalen Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe linker Jugendlicher und der Polizei, sank einer der Autonomen von Schüssen getroffen zu Boden, die ein Polizist, angeblich zur Selbstverteidigung, abgegeben hatte. Daraufhin kam es landesweit zu Demonstrationen, heftigen Straßenschlachten und zahlreichen Besetzungen, denn in der griechischen radikalen Linken brach nach diesem Vorfall die schon lange schwelende Wut über erfahrene staatliche Repression, Polizeigewalt und die vorhandenen gesellschaftlichen Widersprüche hervor. Der Schuss auf einen Genossen verursachte in Griechenland einen Flächenbrand. Es kam zu wochenlangen Straßenschlachten, die von großen Teilen der Bevölkerung getragen wurden. Der Leistungs- und Konkurrenzzwang, die Perspektivlosigkeit, die sozialen Unterschiede die der Kapitalismus den Menschen aufzwingt entluden sich in purem, gerechtfertigtem Hass. Das Fass war übergelaufen!Aufgrund des Mordes und der anhaltenden Revolte versammelten sich am 13. Dezember 2008 nun auch in Würzburg an die hundert Personen, um sich mit den griechischen Demonstrant_innen zu solidarisieren. Im Verlauf dieser Solidaritätsaktion wurden neun Genoss_innen festgenommen. Es liefen und laufen Verfahren unter anderem wegen schwerer Körperverletzung, Landfriedensbruch und versuchter Gefangenenbefreiung. Die im Nachhinein erfolgten Repressalien gegenüber der lokalen linken Szene wurden in Anquatschversuchen gegenüber Genoss_innen, sowie in Anklagen gegenüber diesen deutlich. Eine Aktivistin z. B. wurde nun aufgrund mehrerer Auseinandersetzungen mit Nazis zu einer Woche Knast sowie einer Bewährungsstrafe von 3 Jahren verurteilt. Desweiteren steht in den Bewährungsauflagen dass sie keine linken Veranstaltungen besuchen darf. Dies nehmen wir als ein vom Staat ausgehendes Mittel sozialer Ausgrenzung wahr. Das Gericht ist eine Institution des bürgerlichen Staates, ein Staat, den wir als radikale Linke ablehnen und bekämpfen, da er eine Gesellschaftsform absichert, die zu Armut, Hunger und Krieg führt.
Unser Ziel, die radikale Veränderung dieser Gesellschaft, ist es, das dem bürgerlich-kapitalistischen Staat ein Dorn im Auge ist und auch der Grund ist für die Einrichtung von Spitzel-, Repressions- und Aufstandsbekämpfungsdiensten wie dem Verfassungsschutz, dem Staatsschutz, der kasernierten Bereitschaftspolizei, den Landeskriminalämtern mit ihren, nach politischen Feinden differenzierten, verdeckt operierenden Spezialeinheiten und der Bundeswehr, die im Falle von „Notständen“ schon heute im Inneren der BRD gegen Aufständische, also z.B. streikende Arbeiter_innen eingesetzt werden kann. Soziale Bewegungen haben in der BRD schon immer mit Repression, Schikane und Einschüchterungen zu kämpfen. Repression ist ein unverzichtbares Element in der kapitalistischen Gesellschaft. Sie soll die Funktionsweise des Systems gewährleisten und gegen jegliche emanzipatorische Bestrebungen aufrecht erhalten. Daraus folgt logischerweise, dass eben diese Bestrebungen, dieser Widerstand, der auf die Überwindung des kapitalistischen Systems abzielt, mit Gewalt beantwortet wird. Wir stellen das autoritäre Gewaltmonopol des Staates jeden Tag aufs Neue in Frage.
Also, Schluss mit dem Verzicht, Schluss mit dem sozialen Frieden, Schluss mit dem zahmen Protest, denn eines ist klar: Unser Widerstand wird nur dann erfolgreich sein, wenn Staat und Kapital ihn wirklich zu spüren bekommen. Egal ob es darum geht, die über die Jahrzehnte erkämpften Rechte zu verteidigen, unsere Lebensbedingungen zu verbessern oder in die Offensive zu gehen bis hin zum Kampf um das, was uns wirklich zusteht: der gesellschaftlich produzierte Reichtum für alle und die Produktionsmittel in die Hände aller und das überall!
Für einen anständigen Aufstand!Golondrina Roja (Rote Schwalbe) – Redical Left Würzburg