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Am 16.10. nach Darmstadt!

LINKE FREI­RÄU­ME ER­KÄMP­FEN UND VER­TEI­DI­GEN! — UN­SE­RE SO­LI­DA­RI­TÄT GEGEN EURE RE­PRES­SI­ON!

Demonstration in Darm­stadt
16.​10, 17:00 Uhr Darm­stadt Haupt­bahn­hof
neckar5.​blogsport.​de

Eine ge­mein­sa­me Ka­pa­gne der In­itia­ti­ven der „Ne­ckar­stra­ße 5“ und des „Jukuz Ma­ral­do“

Aufruf zur Demo:

Die Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on un­se­rer Be­dürf­nis­se

In den letz­ten Mo­na­ten gab es in Darm­stadt und Bens­heim zwei Haus­be­set­zun­gen. In Darm­stadt wurde die Be­set­zung eines Hau­ses in der Ne­ckar­stra­ße 5 nach einer Nacht be­en­det, indem die Po­li­zei das Grund­stück be­la­ger­te. In Bens­heim wurde der alte Bun­des­wehr­stand­ort von Ak­ti­vis­t_in­nen be­setzt, die auf dem Ge­län­de ein selbst­or­ga­ni­sier­tes Ju­gend-​ und Kul­tur­zen­trum auf­bau­en woll­ten. Die­ses Pro­jekt wurde da­durch ver­hin­dert, dass die Po­li­zei in das Ge­bäu­de ein­drang und mit Kampf­hun­den und ge­zück­ten Te­le­skop­schlag­stö­cken die Men­schen, die bis dahin eine fried­li­che Be­set­zungs­par­ty ge­fei­ert hat­ten, dazu nö­tig­te ihre Per­so­na­li­en auf­zu­ge­ben und das Ge­län­de zu ver­las­sen. An­ders, aber eben­falls ge­räumt, wurde das Wohn­pro­jekt Ne­ckar5 in Darm­stadt. Hier um­zin­gel­te die Po­li­zei das Haus und rie­gel­te es her­me­tisch ab, die Be­set­zer_in­nen wur­den „aus­ge­hun­gert“ und ihre Per­so­na­li­en auf­ge­nom­men. (mehr…)

No Borders – Solishow in Würzburg am 3.7.

Einlass: 20.00 Uhr | Beginn: 20.30Uhr | Eintritt: : 6 €

mit:
Nihil Baxter (feinster Trash-Hardcore aus Stuttgart), Bob Rooney (Trash-HC-Punk Knüller aus Neustadt), On Your Marx (melodic HC-Punk aus Würzburg), Mid Air Collision (Punkbombe aus Schweinfurt City)

im B-Hof in Würzburg.

der gesamte Erlös kommt den Flüchtlingen aus der Würzburger Gemeinschaftsunterkunft zugute. Diese müssen in einer Militärkaserne aus den 30er Jahren am Stadtrand wohnen, sich mit bis zu 40 anderen Leuten eine Toilette teilen, stehen zumeist unter Residenzpflicht, bekommen nur Essenspakete und werden zu allem Überfluss noch mit der Abschiebung bedroht.
Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher und ne fette Show…. für den Hunger ist auch gesorgt: gibt lecker veganes Essen!

Jede Feier der Nation…

.. ist ein Angriff auf das schöne Leben.

Er geht wieder los, der nationale Taumel. Wer die Scheiße nicht mitmachen will, und sich außerdem ein wenig dagegen engagieren will, könnte sich hierfür interessieren: http://fahnenflucht.blogsport.eu/

CC-Vortrag am Mittwoch!

Am Mittwoch vor der Demonstration in Coburg werden Referent_innen des Aktionsbündnis gegen den Coburger Convent im Kult über Studentenverbindungen und die Kritik daran im Allgemeinen, und über den Coburger Convent im Besonderen einen Vortrag halten.
Kommt alle, bildet euch, andere, und Banden.

Es ist ein weiterer Aufruf für die Aktivitäten gegen den CC erschienen, den ihr HIER einsehen könnt.

Am 22. auf nach Coburg!

gemeinsame Zuganreise:

Würzburg Hbf ab 10:36 Gleis 10
Schweinfurt Hbf ab 11:03 Gleis 6
Bamberg ab 11:41 Gleis 4
Coburg an 12:29 Gleis 1

Der jährliche Pfingstkongress des Coburger Convents, dem größten Dachverband von Studentenverbindungen, steht bevor.


Hier der Aufruf:

Der Coburger Convent…

…ist ein Zusammenschluss von rund 100 mensurfechtenden Turner- und Landsmannschaften, deren deutsche oder österreichische Mitglieder stets männlich und deutsch-national sind. Entgegen der landläufigen Meinung sind die Verbindungen nicht nur Zusammenschlüsse um Studenten bei einem erfolgreichen Studium zu unterstützen. Sie sind vielmehr Hort konservativer bis rechter Meinungsbildung, Elitenreproduktion, von Männlichkeitsritualen und völkischem Nationalismus.

…ist elitär und hierarchisch.

Mitglieder studentischer Korporationen im allgemeinen, und so auch des CC, verstehen sich selbst als Angehörige der deutschen Elite. Sie nehmen eine Einordnung von Menschen in ein Besser-Schlechter-Schema vor und orientieren sich dabei an Begriffen wie „Leistungselite“. Sie wollen konservativ eingestellte Führungskräfte bzw. „national gesinnte Menschen in alle führenden Berufe unserer Gesellschaft“ schicken (Manfred Kanther, ehem. Bundesinnenminister und Korporierter im KSCV). Natürlich wird nicht jeder in einer Verbindung gleich Vorstandsvorsitzender eines DAX-Konzerns. Aber Verbindungen werben mit guten Netzwerken für Karriere in Wirtschaft und Politik. Wer sich einer Verbindung anschließt, um es in der bestehenden Gesellschaft zu etwas zu bringen, muss sich den alten Herren anbiedern und sich ihren Leitbildern anpassen. Das bedeutet insbesondere, den Umgang mit strengen Hierarchien zu erlernen und sich dem Konservatismus unterzuordnen. Hinzu kommen Rituale, die bestimmen wann man reden und pinkeln darf und letztendlich nur dazu dienen, im Kapitalismus benötigte „Tugenden“ wie Gehorsam und Konformität einzuschärfen. Wer nun oft genug gehört hat, er sei Elite, glaubt es irgendwann. Es stellt sich eine Geringschätzung für nicht Korporierte ein: Frauen, Migrant_Innen, Arbeiter_Innen, etc.

…ist sexistisch und reaktionär

Auch im Bezug auf das Frauenbild bleibt sich der CC treu – das Elitedenken geht weiter. Als Grundlage unterteilt der Verband in ein klar abgegrenztes Mann/Frau-Geschlechterverhältnis mit fest zugeschriebenen Rollen. Der Mann ist ritterlich, die Frau eine Art schmückendes Beiwerk. Die Verbindungen sollen »gleichgeschlechtliche Enklave« sein, womit nicht nur Frauen sondern auch Menschen, die sich nicht in ein klares Geschlechterschema einordnen lassen wollen, klar ausgegrenzt werden. Einerseits hegt der CC den Anspruch, „Führungskräfte“ auszubilden. Andererseits möchte er das in der eben erwähnten »gleichgeschlechtliche Enklave« tun. Zu diesem patriarchalen Rollenbild gesellt sich noch ein strikt heteronormativer Wertekanon und ein ausgeprägter Männlichkeitswahn. In Ritualen wie der „Mensur“ und den unzähligen Trink-Variationen manifestiert sich dieser eindrucksvoll. Hinsichtlich ihrer identitätsstiftenden Praktiken können Korporationen als quasi-paramilitärisch bezeichnet werden.

…ist völkisch und traditionalistisch

„Ehre, Freiheit, Vaterland“ ist auf dem sogenannten Ehrenmal des CC zu lesen. Hinter der teilweise gutbürgerlichen Fassade des CC verbergen sich Abgründe des deutschen Konservatismus und eine Scharnierfunktion zur neuen Rechten. Kontakte zu Organen der neuen Rechten, z.B. der Internetplatform „Blaue Narzisse“, gehören ebenso dazu wie enge Kontakte zur deutschen Burschenschaft, die als klar rechts und nationalistisch einzustufen ist. Mit letzterer ist der CC in verschiedenen Dachverbänden organisiert – beispielsweise im Convent Deutscher Akademikerverbände oder lokal in verschiedenen Waffenringen. Und auch sonst bemüht er sich nicht um Abgrenzung. Der Vaterlandsbegriff des CC ist auf das sogenannte „Volkstum“ bezogen – so können sich auch österreichische Verbindungen als deutsch fühlen. Das klingt harmlos, zumal uns Deutschland herzlich egal ist, bedeutet aber letztendlich nichts anderes als den Wunsch der Verbindungen nach einem größeren Deutschland. Wie früher eben – das ist alles, aber nicht harmlos.

Wir wollen…

…dem Convent unsre eigenen Werte entgegen setzen. Im Unterschied zum CC haben wir den Anspruch alles dogmatische möglichst zu vermeiden und zu hinterfragen. Wir plädieren gegen versteinerten Traditionalismus und seine Rituale. Niemals werden wir uns auf Herrschaft um ihrer selbst Willen einlassen sondern diese wo es geht bekämpfen. Statt der institutionalisierten Seilschaften, die sich in Verbindungen als Freundschaft darzustellen versuchen, wollen wir lebendige Dynamik und Solidarität in der Gesellschaft. Was wir wollen, sind keine vom wirtschaftlichen und politischen System diktierte Verpflichtungen und kein Leistungsdenken, welches wir uns nicht selbst auferlegen. Lasst uns widerständisch und undogmatisch sein!

…keine Führer!

Unser Weltbild ist egalitär. Daher gilt es für uns, die zufälligen Unterschiede in Geburt, Herkunft oder die dem Kapitalismus geschuldeten Zugehörigkeiten zu gesellschaftlichen Gruppen eben nicht zu verstärken wie es der CC praktiziert, sondern sie so weit es geht auszugleichen. Unsere Antwort ist Solidarität und nicht ein autoritärer Staat. Militärische Gleichmacherei wie in den Verbindungen lehnen wir aber ab. Es muss immer Platz für Idividualität und alternative Lebensentwürfe geben. Daher ist eine befreite Gesellschaft eine ohne Herrscher, ohne selbsternannte Eliten und ohne ein alles bestimmendes, kapitalistisches Herrschaftssystem. Freies Denken, freie Bildung und freies Handeln sind mehr als bloße Worthülsen. Eine Worthülse wird die Freiheit dann, wenn ein von Grund auf hierarchischer Haufen wie der CC sich ihrer zu bemächtigen sucht.

…einen kritischen Diskurs!

Einen kritischen Diskurs zu etablieren, der sich gegen den im CC verbreiteten Sexismus, Nationalismus und Elitarismus richtet, ist unserer politisches Ziel. Wir stellen dem CC vor allem eines Entgegen: Unser progressives Weltbild! Und damit es auch in der Gesellschaft ankommt, tun wir einiges: Wir demonstrieren, agitieren und diskutieren. Und das geht nicht ohne euch.

…einen starken Protest!

Der CC trifft sich seit über 100 Jahren jedes Jahr zu seinem wichtigsten identitätsstiftenden Ereignis, dem Pfingstkongress. Auf diesem führen die Korporierten unter anderem ein extrem revisionistisches Heldengedenken durch, treten an zu einem schaurigen Fackelmarsch und gehen ansonsten ihrer Lieblingsbeschäftigung nach: dem Bier Saufen. Der deutsche Mob mit akademischer Bildung. Wer rechten Konsens in Aktion sehen will, ist beim Pfingstkongress richtig. Wir rufen euch dazu auf, bei den diesjährigen Aktionen gegen den Pfingstkongress des Coburger Convent teilzunehmen. Wie schon letztes Jahr wird es vielfältigen Protest geben. Eine Demo, verschiedene Kundgebungen und dieses Jahr auch Konzerte und Workshops. Informiert euch, bildet Banden und kommt nach Coburg. Seid kreativ und entschlossen in eurem Protest und zeigt den Burschen, was ne’ Linke ist! Heraus gegen den Coburger Convent!

Beteiligt euch an den Aktionstagen vom 22.05.10 – 25.05.10!

Infos: http://coburgerconvent.blogsport.de/

1. Mai: Bomb the Whole Train!

Der Würzburger „AK Maifeuer“ hat seine Mobi zum 1. Mai in Schweinfurt gestartet. Um auf die Mobiseite zu gelangen, einfach auf das Banner oben klicken. Hier der Aufruf:

Ka­pi­ta­lis­mus und Lohnar­beit ab­schaf­fen! – Na­zi­auf­marsch zer­le­gen!

Auch die­ses Jahr mo­bi­li­sie­ren Neo­na­zis wie­der zu di­ver­sen Auf­mär­schen an­läss­lich des 1.​Mai. Dies neh­men die Nazis als An­lass für einen an­geb­lich an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­schen na­tio­na­len Kampf­tag der Ar­bei­te­rIn­nen nach Schwein­furt zu mo­bi­li­sie­ren. Doch schon al­lei­ne in der Be­griff­lich­keit zwi­schen An­ti­ka­pi­ta­lis­mus und Na­tio­na­lem So­zi­al­staat las­sen sich nicht über­seh­ba­re in­hal­ti­che Dif­fe­ren­zen aus­ma­chen.

Na­tio­na­ler Ar­bei­ter_in­nen­kampf­tag?

Die welt­wei­te wirt­schaft­li­che Krise hat mehr oder we­ni­ger neue Den­k­an­stös­se in der neo­na­zis­ti­schen Rech­ten zu Tage ge­för­dert bzw. re­ak­ti­viert. So steht im Auf­ruf der Nazis zum 1.​Mai ins ver­ach­tens­wer­te Schwein­furt, dass nur das Kon­strukt des Na­tio­nal­staa­tes al­lei­ne der Ord­nungs­rah­men für so­zia­le Ge­rech­tig­keit sei. Die­sem soll nach deren Auf­fas­sung der „Raub­tier“-​Ka­pi­ta­lis­mus zer­stö­re­risch ge­gen­über ste­hen, der die na­tür­lich ge­wach­se­ne Volks­ge­mein­schaft zer­stö­re. Ins­ge­samt stel­le die prak­ti­zier­te Volks­ge­mein­schaft den klas­sen­über­grei­fen­den Auf­stand aller Deut­schen gegen das dar, was ihnen als Ka­pi­ta­lis­mus gilt. In den Ideo­lo­gi­en wird von Na­zi­sei­te wei­ter­hin die schaf­fen­de, deut­sche Ar­beit in Stel­lung gegen die raf­fen­de Pro­fit­gier, „Zins­knecht­schaft“ und Zir­ku­la­ti­onss­phä­re ge­bracht. Sie zei­gen sich hier­mit in der Per­so­ni­fi­ka­ti­on von ge­sell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen, wie sie sich in den Reden von „ge­wis­sen­lo­sen Spe­ku­lan­ten“, „Heu­schre­cken“ und „jü­di­schem Fi­nanz­ka­pi­tal“ aus­drückt. Durch die Schaf­fung einer Volks­ge­mein­schaft sehen sie die ka­pi­ta­lis­ti­schen Klas­sen­ge­gen­sät­ze auf­ge­ho­ben und die „na­tür­li­che Wirt­schaft“ wie­der­her­ge­stellt. In Deutsch­land for­mier­te sich die völ­ki­sche Na­ti­on be­reits lange vor der Exis­tenz eines deut­schen Staa­tes. Des­halb ist das ideo­lo­gi­sche Grund­ge­rüst auch pri­mär ein Völ­ki­sches. Dies äu­ßert sich in einer bio­lo­gisch de­fi­nier­ten Volks­zu­ge­hö­rig­keit zu einem ima­gi­nä­ren or­ga­ni­schen Ge­bil­de und einem Bezug auf ge­mein­sa­me Kul­tur, Spra­che und Ge­schich­te. Deut­scheR könne die­sem Ver­ständ­nis nach nur sein, wer auch „deut­schen Blu­tes“ sei.

Raf­fen­des Ka­pi­tal? Halts Maul Kraut!

Die oben an­ge­führ­ten Kampf­be­grif­fe, die von den selbst­er­nann­ten „Na­tio­na­len So­zia­lis­ten“ auch in ihrem Auf­ruf für den 1.​Mai gegen den Ka­pi­ta­lis­mus ins Feld ge­führt wer­den, sind an sich schon evi­dent für den Haupt­as­pekt ihrer Kri­tik: die Tren­nung in „raf­fen­dens“ und „schaf­fen­des“ Ka­pi­tal. Unter den Ter­mi­nus „raf­fen­des Ka­pi­tal“ wer­den von den rech­ten An­ti­ka­pi­ta­lis­t_in­nen dann Ad­jek­ti­ve wie gei­zig, pa­ra­si­tär, ar­beits­scheu, und eben auch jü­disch sub­su­miert. Dem ge­gen­über werde das „gute schaf­fen­de Ka­pi­tal“ von ers­te­rem aus­ge­beu­tet und un­ter­drückt, der gut ar­bei­ten­de Deut­sche leide also unter der Über­macht der „Bon­zen“. Eine sol­che Ar­gu­men­ta­ti­on zeugt nicht nur von man­geln­dem Ver­ständ­nis der kom­ple­xen Zu­samm­hän­ge des ka­pi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­pro­zes­ses, son­dern zeigt auch auf, wie hier Sün­den­bö­cke für nicht ver­stan­de­ne Be­stand­tei­le der Ver­hält­nis­se, wie z.B. Wa­ren-​ und Ka­pi­tal­fe­tisch, ge­sucht und ge­fun­den wer­den. Und wer kennt es nicht, die Szene am all­abend­li­chen Stamm­tisch, wo der stol­ze Deut­sche gegen „die da oben“ hetzt und die „Bon­zen“ ver­teu­felt. Dass solch ver­kürz­te Ka­pi­ta­lis­mus­kri­tik und eben auch An­ti­se­mi­tis­mus in der bür­ger­li­chen Ge­sell­schat flä­chen­de­ckend auf Zu­stim­mung sto­ßen, zeigt die An­schluss­fä­hig­keit ei­ni­ger As­pek­te des An­ti­ka­pi­ta­lis­mus der Nazis deut­lich auf. Ein not­wen­di­ges Ver­ständ­nis über den Ka­pi­ta­lis­mus als aper­so­na­les Ver­hält­nis ist nicht zu­letzt auch bei der deut­schen Lin­ken sel­ten genug an­zu­fin­den.
Das Wesen des Ka­pi­ta­lis­mus ist immer und über­all auf so­zia­le Un­gleich­heit und Aus­beu­tung aus­ge­rich­tet. Das Ge­heim­nis des ka­pi­ta­lis­ti­schen Aus­beu­tungs­ver­hält­nis, die Lohnar­beit als freie Form der Zwangs­ar­beit, wird bei allem Ge­schrei über gie­ri­ge Ma­na­ger_in­nen und Bän­ker_in­nen von den „Na­tio­na­len So­zia­lis­ten“ nicht nur igno­riert, son­dern im Ge­gen­teil sogar ge­fei­ert.

1.​Mai?! Lohnar­beit ab­schaf­fen an­statt ab­fei­ern!

Des­wei­te­ren igno­rie­ren die Neo­na­zis kon­se­quent die ur­sprüng­li­che Ge­schich­te des 1.​Mai. Der His­to­ri­sche Be­ginn des Ar­bei­te­rIn­nen­kampf­ta­ges war der 1. Mai 1886. In Chi­ca­go kam es in Folge der blu­ti­gen Nie­der­schla­gung eines Streiks zu mehr­tä­gi­gen Stra­ßen­schlach­ten zwi­schen Staats­macht und Ar­bei­te­rIn­nen. Wer nun aber meint, dass der 1. Mai, also der tra­di­tio­nel­le Tag der Ar­bei­te­rIn­nen, mit eman­zi­pa­to­ri­schen In­hal­ten be­legt sei, irrt. Der Tag der Ar­beit glänzt seit jeher durch Ver­herr­li­chung von Ar­beit und fal­scher, teils struk­tu­rel­ler bis sogar offen an­ti­se­mi­ti­scher Ka­pi­ta­lis­mus­kri­tik. Viel­mehr zeigt sich am Bei­spiel der Ge­schich­te des 1. Mai die Un­fä­hig­keit zu um­fas­sen­der Kri­tik an Staat, Ar­beit und Na­ti­on. Der Ruf, der durch alle po­li­ti­schen Lager hallt, ist der nach mehr Ar­beit. Ob die­ser von Ge­werk­schaft oder Staat kommt, ist dabei völ­lig da­hin­ge­stellt. Beide kämp­fen für einer Feier, die den Men­schen in den ka­pi­ta­lis­ti­schen Ver­hält­nis­sen als ver­wert­bar er­schei­nen las­sen, näm­lich in der Be­reit­schaft die ei­ge­ne Ware Ar­beits­kraft auf einem frei­en Markt an­bie­ten zu kön­nen. Dabei wird nicht be­rück­sich­tigt, dass die ste­tig stei­gen­den Ar­beits­lo­sen­zah­len und die immer pre­kä­rer wer­den­den Ar­beits­ver­hält­nis­se nur eine lo­gi­sche Kon­se­quenz der Ra­tio­na­li­sie­rung von Pro­duk­ti­ons­pro­zes­sen sind. An­statt je­doch einen end­gül­ti­gen Bruch mit dem Sys­tem der Lohnar­beit ein­zu­for­dern, wurde z.B. mit Harz IV, der Lohnar­beit wil­len, ein mo­der­nes Zwangs­ar­beits­sys­tem in­stal­liert. Lohn­ab­hän­gi­ge tra­gen in ers­ter Linie ihre Ar­beits­kraft nicht des­we­gen zu Mark­te, weil sie sich nichts an­de­res wün­schen wür­den, son­dern weil sie schlicht keine an­de­re Wahl haben, der „stum­me Zwang“ zur Lohnar­beit, d.h. zum Ver­kauf sei­ner/ihrer Ar­beits­kraft, ist all­ge­gen­wär­tig. Geld­er­werb in die­ser Ge­sell­schaft geht nur über Ar­beit, und Geld braucht man in die­ser Ge­sell­schaft für na­he­zu alles. Also brau­chen und wol­len alle Ar­beit und ob das dann Spaß macht oder nicht, ist eher zweit­ran­gig. Die Ar­beit als die Pla­cke­rei, wie die Ver­gan­gen­heit sie ein­zig kennt, wird kaum mehr in Frage ge­stellt. Die Ar­beit ist An­nah­me eines jedem Men­schen deren Ho­ri­zont die To­ta­li­tät der Wa­ren­ge­sell­schaft ist. Selbst die ra­di­ka­le Linke hin­ter­fragt nicht die ei­ge­ne Ra­di­ka­li­tät, die nicht darin liegt, die Ar­beit zu ne­gie­ren.

Die Schei­ße ben­e­nnen…

Wir leben in einer bür­ger­lich-​ka­pi­ta­lis­ti­schen Ge­sell­schaft, in der Staat und Ka­pi­tal unser Leben ins kleins­te De­tail durch­drin­gen und for­men. Alle im Ka­pi­ta­lis­mus pro­du­zier­ten Güter wer­den zum Tausch her­ge­stellt, und sind damit Waren. Diese Pro­duk­ti­ons­form un­ter­wirft folg­lich alles dem Tausch­prin­zip und macht so die Wa­ren­för­mig­keit zum ein­zi­gen Gül­ti­gen Prin­zip der Ge­sell­schaft. Damit ein Tausch der Waren al­ler­dings über­haupt erst statt­fin­den kann, braucht es eine Ware die sich gegen die sich alle Waren tau­schen las­sen: Das Geld. Es drückt den Wert der je­wei­li­gen Ware aus und wird zum all­ge­mei­nen Tau­sch­äqui­va­lent, mit dem sich jede Ware gegen eine an­de­re tau­schen lässt. In den oben be­schrie­be­nen ge­sell­schaft­li­chen Auf­bau tre­ten die Men­schen als ver­ein­zel­te Sub­jek­te in Kon­takt. Ei­ner­seits ist es die Ohn­macht und Ver­ein­zelung der ent­frem­de­ten Ar­bei­ter­sub­jek­te in der ka­pi­ta­lis­ti­schen Klas­sen­ge­sell­schaft. An­de­rer­seits han­delt es sich um einen Be­griff, der Aus­druck des im Ka­pi­ta­lis­mus herr­schen­den Kon­kur­renz­ver­hält­nis ist, von dem alle Men­schen be­trof­fen sind. Im Zwang der Kon­kur­renz ist jeder auf sich selbst ge­stellt: Die Lohnar­beit stellt die täg­li­che Re­pro­duk­ti­on der ei­ge­nen Ent­frem­dung dar und ist gleich­zei­tig Aus­druck des Kamp­fes um das täg­li­che Brot. Eine Ge­sell­schaft, die von Ent­frem­dung und so­zia­ler Kälte be­herrscht wird, in der Men­schen über an­de­re Men­schen re­gie­ren, und in der die po­li­ti­sche Ohn­macht der In­di­vi­du­en durch das Spek­ta­kel des Kon­sum­wahn­sinns er­stickt wird. Eine Ge­sell­schaft, die Tag für Tag Men­schen ins Elend stürzt, auf die Stra­ße setzt, aus­grenzt, ab­schiebt und in Ge­fäng­nis­se steckt.
Ein grund­le­gen­des Fun­da­ment eben die­ser Ge­sell­schaft lässt sich im Staat er­ken­nen. Der Staat ist weder ein­fach das In­stru­ment „der Herr­schen­den“ noch ein Werk­zeug für ge­sell­schaft­li­che Ver­än­de­rung. Der Staat, als Funk­ti­ons­zu­sam­men­hang, ist eben der Staat des Ka­pi­tals, da er als Ge­walt­mo­no­pol die ka­pi­ta­lis­ti­sche Ei­gen­tums­ord­nung auf­recht er­hält sowie ver­wal­tet. Er lie­fert den ju­ris­ti­schen Rah­men des Elends der meis­ten Men­schen im Ka­pi­ta­lis­mus. Jede Ver­än­de­rung mit und durch den Staat führt ganz ein­fach zu einer Ma­ni­fes­tie­rung der Ka­pi­tal­ver­hält­nis­se und eben zu kei­ner Ver­än­de­rung wie es von einer Links­par­tei er­hofft wird.

Gegen jeden Ex­tre­mis­mus?

Was von der bür­ger­li­chen Seite für den 1.​Mai in Schwein­furt zu er­war­ten ist dürf­te ab­zu­se­hen sein. Soll­te es nach der Bür­ger­initia­ti­ve Pro Schwein­furt gehen, würde es eine Ver­an­stal­tung gegen jeg­li­che Art von Ex­tre­mis­mus geben. Als grund­le­gen­des Ar­gu­ment dient dabei immer der Ver­weis auf den Ex­tre­mis­mus­be­griff, der „Links­ex­tre­me“ völ­lig zu­sam­men­hang­los mit „Rechts­ex­tre­men“ gleich­ge­setzt. Hier­für wer­den in­halt­li­che Un­ter­schie­de zu guns­ten der an­geb­lich po­li­ti­schen „Mitte“ völ­lig aus­ge­blen­det. Zudem wird ra­di­kal linke Ge­sell­schafts­kri­tik und an­ti­fa­schis­ti­scher Wi­der­stand mit den Ideo­lo­gi­en der Nazis als ein und der­sel­be Pro­blem­fall ge­nannt. Eine Dif­fe­ren­zie­rung nach Ein­stel­lun­gen und po­li­ti­schen Zie­len er­folgt also nicht. Durch den „Ex­tre­mis­mus“ soll eine Be­dro­hung der Ge­sell­schaft vor­lie­gen. Die bür­ger­lich ka­pi­ta­lis­ti­sche Mitte die­ser Ge­sell­schaft soll sich von die­sen Ex­tre­men klar ab­gren­zen. Ver­kannt wird je­doch das rech­te Ideo­lo­gi­en wie Ras­sis­mus, An­ti­se­mi­tis­mus, Na­tio­na­lis­mus sowie se­xis­ti­sche Rol­len­ein­tei­lun­gen Basis der an­geb­li­chen po­li­ti­schen Ver­nunft, also der bür­ger­lich ka­pi­ta­lis­ti­schen Ge­sell­schaft ist. Die­ser Ex­tre­mis­mus­be­griff wird von der brei­ten Be­völ­ke­rung mit­ge­tra­gen. Nach der Logik der „Ex­tre­mis­mus­for­mel“ gilt es, den de­mo­kra­ti­schen Rechts­staat gegen po­li­ti­sche Ex­tre­me zu ver­tei­di­gen. Wir hin­ge­gen soll­ten den men­schen­feind­li­chen bür­ger­li­chen Staat als das ben­ne­nen was er ist und die kon­kre­ten Wi­der­sprü­che auf­zei­gen.

Na­zi­auf­marsch sa­bo­tie­ren!

Da wir uns als an­ti­fa­schis­ti­sche, ra­di­ka­le Linke ver­ste­hen, ist uns die Ver­hin­de­rung des für den 1.​Mai ge­plan­ten Na­zi­auf­mar­sches eine Selbst­ver­ständ­lich­keit. Al­ler­dings ist uns dies nicht genug. Viel­mehr müs­sen not­wen­di­ger­wei­se die ideo­lo­gi­schen In­hal­te einer Ge­sell­schaft re­flek­tiert wer­den, die es die­sen Grup­pen erst er­mög­li­chen Fuß zu fas­sen. Auch aus die­sem Grund leh­nen wir eine Zu­sam­men­ar­beit mit bür­ger­li­chen Grup­pie­run­gen und Or­ga­ni­sa­tio­nen ab, die diese Ideo­lo­gi­en trotz ihrer pro­pa­gier­ten Ab­leh­nung ge­gen­über den Nazis noch immer re­pro­du­zie­ren und die men­schen­ver­ach­ten­den Ver­hält­nis­se be­ja­hen. Dem völ­ki­schen, stand­ort­na­tio­na­lis­ti­schen Kon­sens der bür­ger­li­chen Ge­sell­schaft ist die Vi­si­on einer klas­sen­lo­sen und be­frei­ten Ge­sell­schaft ent­ge­gen­zu­stel­len. Diese er­for­dert na­tür­lich die Ab­schaf­fung von Na­ti­on, Volk und Ka­pi­ta­lis­mus. Des­halb her­aus zum 1.​Mai nach Schwein­furt. Den Na­zi­auf­marsch blo­ckie­ren und mit de­zen­tra­len Ak­tio­nen ent­ge­gen­tre­ten. Ein Round-​Hou­se-​Kick die Pflicht.

- Ka­pi­ta­lis­mus und Lohnar­beit ab­schaf­fen! – Für die be­frei­te Ge­sell­schaft!

AK MAI­FEU­ER im März 2010

Des­wei­te­ren haben die Nazis vom Frei­en Netz Süd einen wei­te­ren Auf­marsch für den 1.​Mai 2010 in Würz­burg an­ge­mel­det. Da der Auf­marsch zu un­ter­schied­li­chen Zei­ten an­ge­mel­det ist kann er­war­tet wer­den das sie um 13 Uhr in Schwein­furt und nach­fol­gend um 15 Uhr in Würz­burg mar­schie­ren wer­den. Falls dies der Fall sein soll­te wer­den wir die In­fra­struk­tur so ver­su­chen be­reit­zu­stel­len, so­dass eine Ver­hin­de­rung bei­der Auf­mär­sche mög­lich wäre. Über Neu­ig­kei­ten hal­ten wir euch auf den lau­fen­den!

Und alle gegen Nazis…

Ein guter Beitrag der antifaschistischen Gruppe Freiberg, der den 13.2. in Dresden kritisch refklektiert:

Der Trauermarsch der JLO, der größte Aufmarsch von Nazis europaweit, wurde verhindert. Anteil daran hatte nicht die von Dresdens Oberbürgermeisterin initiierte Menschenkette, wie zum Teil in Medien zu lesen ist, sondern die breite Mobilisierung der Bündnisse „Dresden Nazifrei“ und „no pasaran“. Wenn Antifaschist_innen nun „Dresden“ abfeiern und zur „Siegesdemo“ strömen, wenn Dresden als „Bollwerk gegen Rechts“ bezeichnet wird, dann ist es höchste Zeit für Kritik.

Wer blockiert da wen? Und warum?

Die Mobilisierung zu den Blockaden war auf breite Bündnisse angelegt gewesen, mit dem Ziel möglichst viele Menschen gewinnen zu können und dem Kalkül durch eine große Masse es den Nazis unmöglich zu machen zu marschieren – ein Kalkül, das auch aufgegangen ist. In Kauf genommen werden musste dabei ein Aufweichen der Inhalte, ein kleinster gemeinsamer Nenner sozusagen, der sich im irgendwie gegen Nazis sein erschöpfte und darin Antifa, Gewerkschaften, Parteien, Friedensbewegte, Prominente, Künstler_innen und andere Aktivbürger_innen einte. Gesagt wurde schließlich, DASS es sich den Nazis entgegenzustellen gelte, nicht aber, WESHALB. Zu benennen wären allerdings notwendigerweise Ziele und damit verbunden eine tatsächliche Auseinandersetzung mit Mitteln, wie Blockaden sie darstellen. Was wurde nun also in Dresden erreicht? Dazu erstmal eine Bestandsaufnahme. (mehr…)

Auf nach Dresden!

Aufruf zum 13. Februar 2010 in Dresden:

Keine Versöhnung mit Deutschland!

Das Dresden-Gedenken scheint wichtig, so wichtig, dass die neue sächsische Staatsregierung eigens für den bevorstehenden 65. Jahrestag das Versammlungsrecht noch schnell erheblich einschränken will. Schließlich ruinieren „Extremisten“ schon seit Jahren die Gedenkstimmung rund um den 13. Februar und gefährden Sicherheit, Ruhe und Ordnung. Unterdessen versucht eine Handvoll Dresdner Kultur- und Kirchenprominenz ein weiteres Denkmal zur Erinnerung an die Bombardierung und das Wiedererstehen der Stadt zu erstreiten. Zwar wurde erst 2009 eine neue Erinnerungsstelle in der Altstadt eingeweiht, aber Mahnmale für Dresden kann es in Dresden nicht genug geben. Mit kaum verhohlener revanchistischer Rhetorik wird das Denkmal in der Sächsischen Zeitung beworben; es zeigt einen „gestürzte[n] Mensch[en], der sich aufbäumt, ein Gefallener, der aus eigener Kraft aufersteht. So wie die Dresdner, so wie ihre Stadt.“ Die Oberbürgermeisterin bemüht sich derweil, eine dem Jahrestag angemessene Gedenkatmosphäre zu schaffen – laute Musik oder Demonstrationen sind dabei sehr hinderlich, denn das erwünschte Gedenken soll als unpolitischer und damit unhinterfragbarer Akt wahrgenommen werden. Mit Hilfe einer Menschenkette um die historische Altstadt soll ein „Zeichen gegen Extremismus“ gesetzt und gleichzeitig der Zerstörung der Stadt gedacht werden. Business as usual in Dresden.

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13.1. Vortrag in Würzburg

Am 13. Januar veranstaltet die Gruppe Exil – unterstützt vom Verein für Kultur, Politik und Kritik – in Würzburg einen Vortrag mit dem Thema „1917 – Anfang oder Ende des Kommunismus?“. Referent Daniel Kulla wird ab 19 Uhr im Café Kult (Landwehrstr. 10) zu hören sein.

Kommunismus als Schlagwort der allgemeinen Emanzipation – durch Überwindung der Klassengesellschaft und die Herstellung eines gleichen Zugangs zum gesellschaftlichen Reichtum – datiert schon zurück ins 19. Jahrhundert. Die Kommunistischen Parteien hingegen formieren sich unter diesem Namen erst im Jahr 1917 im revolutionären Rußland – und zwar als Vertreter einer ganz bestimmten Interpretation und ganz bestimmter Konsequenzen aus den Ereignissen dieses Jahres.

In einer vergleichenden Betrachtung der sowjetischen, der anarchistischen und der bürgerlich-antikommunistischen Geschichtsschreibung wird zu untersuchen sein, ob sich die KP-Deutung aufrechterhalten läßt und inwiefern sich eine kommunistische Position in derselben Tradition verorten kann. Es wird der Frage nachgegangen, in welchem Maß sich das kommunistische Projekt heute auf historische Positionierungen, äußere Erscheinung und konkrete Politikformen der Kommunistischen Parteien beziehen läßt.

Ist die Distanzierung von der Vergangenheit bequem oder konsequent? Gibt es eine Entscheidung zwischen Kommunismus als Ziel und kommunistischer Bewegung?

Dreizehnter Zwölfter – 1.3.1.2.

Dieses Flugblatt kam am 13.12. in Würzburg in Umlauf:

Kriminell ist das System, und nicht unser Widerstand!

Die Frage, ob wir uns überhaupt in irgendeine Polizeistrategie einfügen sollten, eine Demo anmelden sollten, können wir spätestens seit der „Fight Fortress Europe“ Demo am 05.09.2009 mit Nein beantworten! Das Polizeiaufgebot sowie die Auflagen waren eine Zumutung. Der so wichtige „freiheitliche“ Charakter einer Demonstration konnte nicht gewahrt werden. Daraus haben wir gelernt:

Wir müssen uns nicht erst legitimieren lassen, um unseren Unmut, den die kapitalistische Gesellschaftsform hervorbringt, in einer spontanen Versammlung auszudrücken.
Genau ein Jahr ist es nun her! Die meisten von euch, die dieses Flugblatt in diesem Moment lesen, werden dieses Ereignis sicher noch in Erinnerung haben. Am 13. Dezember 08 kam es in der Würzburger Innenstadt zu spontanem Protest, hervorgerufen durch den vorangegangenen, von einem Polizisten verübten Mord an einem Jugendlichen in Athen.
Samstag, eine Woche zuvor: nach einer verbalen Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe linker Jugendlicher und der Polizei, sank einer der Autonomen von Schüssen getroffen zu Boden, die ein Polizist, angeblich zur Selbstverteidigung, abgegeben hatte. Daraufhin kam es landesweit zu Demonstrationen, heftigen Straßenschlachten und zahlreichen Besetzungen, denn in der griechischen radikalen Linken brach nach diesem Vorfall die schon lange schwelende Wut über erfahrene staatliche Repression, Polizeigewalt und die vorhandenen gesellschaftlichen Widersprüche hervor. Der Schuss auf einen Genossen verursachte in Griechenland einen Flächenbrand. Es kam zu wochenlangen Straßenschlachten, die von großen Teilen der Bevölkerung getragen wurden. Der Leistungs- und Konkurrenzzwang, die Perspektivlosigkeit, die sozialen Unterschiede die der Kapitalismus den Menschen aufzwingt entluden sich in purem, gerechtfertigtem Hass. Das Fass war übergelaufen!

Aufgrund des Mordes und der anhaltenden Revolte versammelten sich am 13. Dezember 2008 nun auch in Würzburg an die hundert Personen, um sich mit den griechischen Demonstrant_innen zu solidarisieren. Im Verlauf dieser Solidaritätsaktion wurden neun Genoss_innen festgenommen. Es liefen und laufen Verfahren unter anderem wegen schwerer Körperverletzung, Landfriedensbruch und versuchter Gefangenenbefreiung. Die im Nachhinein erfolgten Repressalien gegenüber der lokalen linken Szene wurden in Anquatschversuchen gegenüber Genoss_innen, sowie in Anklagen gegenüber diesen deutlich. Eine Aktivistin z. B. wurde nun aufgrund mehrerer Auseinandersetzungen mit Nazis zu einer Woche Knast sowie einer Bewährungsstrafe von 3 Jahren verurteilt. Desweiteren steht in den Bewährungsauflagen dass sie keine linken Veranstaltungen besuchen darf. Dies nehmen wir als ein vom Staat ausgehendes Mittel sozialer Ausgrenzung wahr. Das Gericht ist eine Institution des bürgerlichen Staates, ein Staat, den wir als radikale Linke ablehnen und bekämpfen, da er eine Gesellschaftsform absichert, die zu Armut, Hunger und Krieg führt.

Unser Ziel, die radikale Veränderung dieser Gesellschaft, ist es, das dem bürgerlich-kapitalistischen Staat ein Dorn im Auge ist und auch der Grund ist für die Einrichtung von Spitzel-, Repressions- und Aufstandsbekämpfungsdiensten wie dem Verfassungsschutz, dem Staatsschutz, der kasernierten Bereitschaftspolizei, den Landeskriminalämtern mit ihren, nach politischen Feinden differenzierten, verdeckt operierenden Spezialeinheiten und der Bundeswehr, die im Falle von „Notständen“ schon heute im Inneren der BRD gegen Aufständische, also z.B. streikende Arbeiter_innen eingesetzt werden kann. Soziale Bewegungen haben in der BRD schon immer mit Repression, Schikane und Einschüchterungen zu kämpfen. Repression ist ein unverzichtbares Element in der kapitalistischen Gesellschaft. Sie soll die Funktionsweise des Systems gewährleisten und gegen jegliche emanzipatorische Bestrebungen aufrecht erhalten. Daraus folgt logischerweise, dass eben diese Bestrebungen, dieser Widerstand, der auf die Überwindung des kapitalistischen Systems abzielt, mit Gewalt beantwortet wird. Wir stellen das autoritäre Gewaltmonopol des Staates jeden Tag aufs Neue in Frage.
Also, Schluss mit dem Verzicht, Schluss mit dem sozialen Frieden, Schluss mit dem zahmen Protest, denn eines ist klar: Unser Widerstand wird nur dann erfolgreich sein, wenn Staat und Kapital ihn wirklich zu spüren bekommen. Egal ob es darum geht, die über die Jahrzehnte erkämpften Rechte zu verteidigen, unsere Lebensbedingungen zu verbessern oder in die Offensive zu gehen bis hin zum Kampf um das, was uns wirklich zusteht: der gesellschaftlich produzierte Reichtum für alle und die Produktionsmittel in die Hände aller und das überall!
Für einen anständigen Aufstand!

Golondrina Roja (Rote Schwalbe) – Redical Left Würzburg




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