Archiv für Mai 2010

CC-Vortrag am Mittwoch!

Am Mittwoch vor der Demonstration in Coburg werden Referent_innen des Aktionsbündnis gegen den Coburger Convent im Kult über Studentenverbindungen und die Kritik daran im Allgemeinen, und über den Coburger Convent im Besonderen einen Vortrag halten.
Kommt alle, bildet euch, andere, und Banden.

Es ist ein weiterer Aufruf für die Aktivitäten gegen den CC erschienen, den ihr HIER einsehen könnt.

Am 22. auf nach Coburg!

gemeinsame Zuganreise:

Würzburg Hbf ab 10:36 Gleis 10
Schweinfurt Hbf ab 11:03 Gleis 6
Bamberg ab 11:41 Gleis 4
Coburg an 12:29 Gleis 1

Der jährliche Pfingstkongress des Coburger Convents, dem größten Dachverband von Studentenverbindungen, steht bevor.


Hier der Aufruf:

Der Coburger Convent…

…ist ein Zusammenschluss von rund 100 mensurfechtenden Turner- und Landsmannschaften, deren deutsche oder österreichische Mitglieder stets männlich und deutsch-national sind. Entgegen der landläufigen Meinung sind die Verbindungen nicht nur Zusammenschlüsse um Studenten bei einem erfolgreichen Studium zu unterstützen. Sie sind vielmehr Hort konservativer bis rechter Meinungsbildung, Elitenreproduktion, von Männlichkeitsritualen und völkischem Nationalismus.

…ist elitär und hierarchisch.

Mitglieder studentischer Korporationen im allgemeinen, und so auch des CC, verstehen sich selbst als Angehörige der deutschen Elite. Sie nehmen eine Einordnung von Menschen in ein Besser-Schlechter-Schema vor und orientieren sich dabei an Begriffen wie „Leistungselite“. Sie wollen konservativ eingestellte Führungskräfte bzw. „national gesinnte Menschen in alle führenden Berufe unserer Gesellschaft“ schicken (Manfred Kanther, ehem. Bundesinnenminister und Korporierter im KSCV). Natürlich wird nicht jeder in einer Verbindung gleich Vorstandsvorsitzender eines DAX-Konzerns. Aber Verbindungen werben mit guten Netzwerken für Karriere in Wirtschaft und Politik. Wer sich einer Verbindung anschließt, um es in der bestehenden Gesellschaft zu etwas zu bringen, muss sich den alten Herren anbiedern und sich ihren Leitbildern anpassen. Das bedeutet insbesondere, den Umgang mit strengen Hierarchien zu erlernen und sich dem Konservatismus unterzuordnen. Hinzu kommen Rituale, die bestimmen wann man reden und pinkeln darf und letztendlich nur dazu dienen, im Kapitalismus benötigte „Tugenden“ wie Gehorsam und Konformität einzuschärfen. Wer nun oft genug gehört hat, er sei Elite, glaubt es irgendwann. Es stellt sich eine Geringschätzung für nicht Korporierte ein: Frauen, Migrant_Innen, Arbeiter_Innen, etc.

…ist sexistisch und reaktionär

Auch im Bezug auf das Frauenbild bleibt sich der CC treu – das Elitedenken geht weiter. Als Grundlage unterteilt der Verband in ein klar abgegrenztes Mann/Frau-Geschlechterverhältnis mit fest zugeschriebenen Rollen. Der Mann ist ritterlich, die Frau eine Art schmückendes Beiwerk. Die Verbindungen sollen »gleichgeschlechtliche Enklave« sein, womit nicht nur Frauen sondern auch Menschen, die sich nicht in ein klares Geschlechterschema einordnen lassen wollen, klar ausgegrenzt werden. Einerseits hegt der CC den Anspruch, „Führungskräfte“ auszubilden. Andererseits möchte er das in der eben erwähnten »gleichgeschlechtliche Enklave« tun. Zu diesem patriarchalen Rollenbild gesellt sich noch ein strikt heteronormativer Wertekanon und ein ausgeprägter Männlichkeitswahn. In Ritualen wie der „Mensur“ und den unzähligen Trink-Variationen manifestiert sich dieser eindrucksvoll. Hinsichtlich ihrer identitätsstiftenden Praktiken können Korporationen als quasi-paramilitärisch bezeichnet werden.

…ist völkisch und traditionalistisch

„Ehre, Freiheit, Vaterland“ ist auf dem sogenannten Ehrenmal des CC zu lesen. Hinter der teilweise gutbürgerlichen Fassade des CC verbergen sich Abgründe des deutschen Konservatismus und eine Scharnierfunktion zur neuen Rechten. Kontakte zu Organen der neuen Rechten, z.B. der Internetplatform „Blaue Narzisse“, gehören ebenso dazu wie enge Kontakte zur deutschen Burschenschaft, die als klar rechts und nationalistisch einzustufen ist. Mit letzterer ist der CC in verschiedenen Dachverbänden organisiert – beispielsweise im Convent Deutscher Akademikerverbände oder lokal in verschiedenen Waffenringen. Und auch sonst bemüht er sich nicht um Abgrenzung. Der Vaterlandsbegriff des CC ist auf das sogenannte „Volkstum“ bezogen – so können sich auch österreichische Verbindungen als deutsch fühlen. Das klingt harmlos, zumal uns Deutschland herzlich egal ist, bedeutet aber letztendlich nichts anderes als den Wunsch der Verbindungen nach einem größeren Deutschland. Wie früher eben – das ist alles, aber nicht harmlos.

Wir wollen…

…dem Convent unsre eigenen Werte entgegen setzen. Im Unterschied zum CC haben wir den Anspruch alles dogmatische möglichst zu vermeiden und zu hinterfragen. Wir plädieren gegen versteinerten Traditionalismus und seine Rituale. Niemals werden wir uns auf Herrschaft um ihrer selbst Willen einlassen sondern diese wo es geht bekämpfen. Statt der institutionalisierten Seilschaften, die sich in Verbindungen als Freundschaft darzustellen versuchen, wollen wir lebendige Dynamik und Solidarität in der Gesellschaft. Was wir wollen, sind keine vom wirtschaftlichen und politischen System diktierte Verpflichtungen und kein Leistungsdenken, welches wir uns nicht selbst auferlegen. Lasst uns widerständisch und undogmatisch sein!

…keine Führer!

Unser Weltbild ist egalitär. Daher gilt es für uns, die zufälligen Unterschiede in Geburt, Herkunft oder die dem Kapitalismus geschuldeten Zugehörigkeiten zu gesellschaftlichen Gruppen eben nicht zu verstärken wie es der CC praktiziert, sondern sie so weit es geht auszugleichen. Unsere Antwort ist Solidarität und nicht ein autoritärer Staat. Militärische Gleichmacherei wie in den Verbindungen lehnen wir aber ab. Es muss immer Platz für Idividualität und alternative Lebensentwürfe geben. Daher ist eine befreite Gesellschaft eine ohne Herrscher, ohne selbsternannte Eliten und ohne ein alles bestimmendes, kapitalistisches Herrschaftssystem. Freies Denken, freie Bildung und freies Handeln sind mehr als bloße Worthülsen. Eine Worthülse wird die Freiheit dann, wenn ein von Grund auf hierarchischer Haufen wie der CC sich ihrer zu bemächtigen sucht.

…einen kritischen Diskurs!

Einen kritischen Diskurs zu etablieren, der sich gegen den im CC verbreiteten Sexismus, Nationalismus und Elitarismus richtet, ist unserer politisches Ziel. Wir stellen dem CC vor allem eines Entgegen: Unser progressives Weltbild! Und damit es auch in der Gesellschaft ankommt, tun wir einiges: Wir demonstrieren, agitieren und diskutieren. Und das geht nicht ohne euch.

…einen starken Protest!

Der CC trifft sich seit über 100 Jahren jedes Jahr zu seinem wichtigsten identitätsstiftenden Ereignis, dem Pfingstkongress. Auf diesem führen die Korporierten unter anderem ein extrem revisionistisches Heldengedenken durch, treten an zu einem schaurigen Fackelmarsch und gehen ansonsten ihrer Lieblingsbeschäftigung nach: dem Bier Saufen. Der deutsche Mob mit akademischer Bildung. Wer rechten Konsens in Aktion sehen will, ist beim Pfingstkongress richtig. Wir rufen euch dazu auf, bei den diesjährigen Aktionen gegen den Pfingstkongress des Coburger Convent teilzunehmen. Wie schon letztes Jahr wird es vielfältigen Protest geben. Eine Demo, verschiedene Kundgebungen und dieses Jahr auch Konzerte und Workshops. Informiert euch, bildet Banden und kommt nach Coburg. Seid kreativ und entschlossen in eurem Protest und zeigt den Burschen, was ne’ Linke ist! Heraus gegen den Coburger Convent!

Beteiligt euch an den Aktionstagen vom 22.05.10 – 25.05.10!

Infos: http://coburgerconvent.blogsport.de/




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