Archiv für Dezember 2009

Dreizehnter Zwölfter – 1.3.1.2.

Dieses Flugblatt kam am 13.12. in Würzburg in Umlauf:

Kriminell ist das System, und nicht unser Widerstand!

Die Frage, ob wir uns überhaupt in irgendeine Polizeistrategie einfügen sollten, eine Demo anmelden sollten, können wir spätestens seit der „Fight Fortress Europe“ Demo am 05.09.2009 mit Nein beantworten! Das Polizeiaufgebot sowie die Auflagen waren eine Zumutung. Der so wichtige „freiheitliche“ Charakter einer Demonstration konnte nicht gewahrt werden. Daraus haben wir gelernt:

Wir müssen uns nicht erst legitimieren lassen, um unseren Unmut, den die kapitalistische Gesellschaftsform hervorbringt, in einer spontanen Versammlung auszudrücken.
Genau ein Jahr ist es nun her! Die meisten von euch, die dieses Flugblatt in diesem Moment lesen, werden dieses Ereignis sicher noch in Erinnerung haben. Am 13. Dezember 08 kam es in der Würzburger Innenstadt zu spontanem Protest, hervorgerufen durch den vorangegangenen, von einem Polizisten verübten Mord an einem Jugendlichen in Athen.
Samstag, eine Woche zuvor: nach einer verbalen Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe linker Jugendlicher und der Polizei, sank einer der Autonomen von Schüssen getroffen zu Boden, die ein Polizist, angeblich zur Selbstverteidigung, abgegeben hatte. Daraufhin kam es landesweit zu Demonstrationen, heftigen Straßenschlachten und zahlreichen Besetzungen, denn in der griechischen radikalen Linken brach nach diesem Vorfall die schon lange schwelende Wut über erfahrene staatliche Repression, Polizeigewalt und die vorhandenen gesellschaftlichen Widersprüche hervor. Der Schuss auf einen Genossen verursachte in Griechenland einen Flächenbrand. Es kam zu wochenlangen Straßenschlachten, die von großen Teilen der Bevölkerung getragen wurden. Der Leistungs- und Konkurrenzzwang, die Perspektivlosigkeit, die sozialen Unterschiede die der Kapitalismus den Menschen aufzwingt entluden sich in purem, gerechtfertigtem Hass. Das Fass war übergelaufen!

Aufgrund des Mordes und der anhaltenden Revolte versammelten sich am 13. Dezember 2008 nun auch in Würzburg an die hundert Personen, um sich mit den griechischen Demonstrant_innen zu solidarisieren. Im Verlauf dieser Solidaritätsaktion wurden neun Genoss_innen festgenommen. Es liefen und laufen Verfahren unter anderem wegen schwerer Körperverletzung, Landfriedensbruch und versuchter Gefangenenbefreiung. Die im Nachhinein erfolgten Repressalien gegenüber der lokalen linken Szene wurden in Anquatschversuchen gegenüber Genoss_innen, sowie in Anklagen gegenüber diesen deutlich. Eine Aktivistin z. B. wurde nun aufgrund mehrerer Auseinandersetzungen mit Nazis zu einer Woche Knast sowie einer Bewährungsstrafe von 3 Jahren verurteilt. Desweiteren steht in den Bewährungsauflagen dass sie keine linken Veranstaltungen besuchen darf. Dies nehmen wir als ein vom Staat ausgehendes Mittel sozialer Ausgrenzung wahr. Das Gericht ist eine Institution des bürgerlichen Staates, ein Staat, den wir als radikale Linke ablehnen und bekämpfen, da er eine Gesellschaftsform absichert, die zu Armut, Hunger und Krieg führt.

Unser Ziel, die radikale Veränderung dieser Gesellschaft, ist es, das dem bürgerlich-kapitalistischen Staat ein Dorn im Auge ist und auch der Grund ist für die Einrichtung von Spitzel-, Repressions- und Aufstandsbekämpfungsdiensten wie dem Verfassungsschutz, dem Staatsschutz, der kasernierten Bereitschaftspolizei, den Landeskriminalämtern mit ihren, nach politischen Feinden differenzierten, verdeckt operierenden Spezialeinheiten und der Bundeswehr, die im Falle von „Notständen“ schon heute im Inneren der BRD gegen Aufständische, also z.B. streikende Arbeiter_innen eingesetzt werden kann. Soziale Bewegungen haben in der BRD schon immer mit Repression, Schikane und Einschüchterungen zu kämpfen. Repression ist ein unverzichtbares Element in der kapitalistischen Gesellschaft. Sie soll die Funktionsweise des Systems gewährleisten und gegen jegliche emanzipatorische Bestrebungen aufrecht erhalten. Daraus folgt logischerweise, dass eben diese Bestrebungen, dieser Widerstand, der auf die Überwindung des kapitalistischen Systems abzielt, mit Gewalt beantwortet wird. Wir stellen das autoritäre Gewaltmonopol des Staates jeden Tag aufs Neue in Frage.
Also, Schluss mit dem Verzicht, Schluss mit dem sozialen Frieden, Schluss mit dem zahmen Protest, denn eines ist klar: Unser Widerstand wird nur dann erfolgreich sein, wenn Staat und Kapital ihn wirklich zu spüren bekommen. Egal ob es darum geht, die über die Jahrzehnte erkämpften Rechte zu verteidigen, unsere Lebensbedingungen zu verbessern oder in die Offensive zu gehen bis hin zum Kampf um das, was uns wirklich zusteht: der gesellschaftlich produzierte Reichtum für alle und die Produktionsmittel in die Hände aller und das überall!
Für einen anständigen Aufstand!

Golondrina Roja (Rote Schwalbe) – Redical Left Würzburg

Alexis – Weder ver­ge­ben, noch ver­ges­sen!

Bildungsstreik…und weiter?

Das einzig zeigenswerte Bild von der Demo „gegen Studiengebühren“ gestern in Würzburg:

Des weiteren hier ein interessanter Text, über den jede_r bedingungslose_r Befürworter_in des „Bildunsstreik“ ja mal nachdenken kann…

Die Langeweile? Sie trägt jede_r Einzelne von uns mit sich. Das ganze Leben werden wir von ihr berichten können, außer wir machen verrückte Dinge. Doch was scheint uns schon als verrückt? Verrückt ist das was abweicht? Nein, das ist der Moment in dem wir uns fühlen als wären wir frei, sorgenlos und ohne jegliche Pflichten. Es wäre verrückt das zu glauben, doch manchmal verspüren wir ein solch eigenartiges Gefühl, was uns veranlasst für eine kurzen Moment ein Hauch von Freiheit in unser gegenwertiges Gemüt aufzunehmen, manchmal scheint es, als können wir es verinnerlichen. Der Schein trügt. (mehr…)




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