Topf-Suat-Soli in Würzburg

Am Morgen des 16. April wurde das besetzte Haus auf dem Topf & Söhne-Gelände in Erfurt mit Hilfe von schwerem Polizeigerät und Spezialeinsatzkräften geräumt. Bundesweit und international kam es noch am selben Tag zu mehreren Solidaritätskundgebungen, -demonstrationen und Aktionen, auch in Würzburg fand am Donnerstagabend eine spontane Solidemo statt.
An der alten Mainbrücke wurde sich gesammelt, dann ging es mit ca. 35 Leuten in Richtung Fußgängerzone los, eine für Würzburg und die sehr kurze Mobilisierungszeit durchaus noch anständige Zahl. Unter Rufen wie „Kein Gott, kein Staat, kein Mietvertrag!“ und unter ständigem Einsatz von Pyrotechnik zogen die GenossInnen hinter einem rasch gemalten Transparent am Dom vorbei in Richtung Juliuspromenade. Leider war die Innenstadt schon ziemlich leergefegt, recht wenige Leute dürften die ganze Sache überhaupt mitbekommen haben, zudem hat sich die Main-Post, sonst immer am Start, wenn es um die „Bedrohung durch die linksextreme Szene“ geht (remember remember the 13th of December…), darauf beschränkt, über die brennenden Müllcontainer zu berichten, die später am Abend in Brand gesetzt wurden. Dennoch war es sicher richtig, auch in Würzburg Solidarität mit den BesetzerInnen in Erfurt zu zeigen.
An der Juliuspromenade kam der erste Polizeiwagen in Sicht, die Freunde und Helfer haben diesmal etwas länger gebraucht als bei der Sponti im Dezember, dafür hatten sie jetzt offensichtlich ein besseres Konzept. Denn nachdem ein Bengalo gezündet wurde, und die GenossInnen in Richtung Marktplatz rannten, positionierte sich Team Green offensichtlich so mit ihren Karren in den Seitenstraßen, dass viele zum Markplatz führende Straßen dann als Fluchtweg nicht mehr in Frage kamen, als ein Polizeibus direkt auf den Platz fuhr, und einige Beamte ausstiegen und Leuten hinterher rannten. Dementsprechend viele wurden festgenommen, 6 mindestens, teils unter Einsatz roher Gewalt bzw. wurde diese angedroht (Pfefferspray). Dass einige der Festgenommen in Handschellen aufs Revier (Würzburg-Ost) gebracht wurden, zeigt, wie nervös die Würzburger Polizei seit Dezember im Umgang mit Spontis ist. Die Schikane, die den GenossInnen auf dem Revier widerfuhr, obwohl ihnen nicht einmal konkrete Straftaten vorgeworfen werden konnten, braucht hier wohl nicht noch einmal thematisiert werden. Zum Glück kamen alle recht bald wieder raus aus dem Revier, mit strafrechtlichen Konsequenzen hat wohl niemand zu rechnen, aber darauf sollte man sich nicht verlassen.
Im Laufe der Nacht ließen einige ihre Wut noch an Müllcontainern aus, die dabei zufällig auf die Straße gerieten und aus bisher völlig unbekanntem Grund urplötzlich in Flammen aufgingen…
Auch gab es parallel zur Sponti mehrere Stillbesetzungen in der Stadt.
Würzburg wird auch weiterhin ein Ort für linksradikale Aktionen bleiben, und weder repressives Auftreten der Herren und Frauen in Grün, noch faktenverdrehende Berichterstattung der lokalen „Zeitungen“ werden dies verhindern!

Solidarität mit den Erfurter BesetzerInnen!
Linke Freiräume erkämpfen und verteigen!!

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